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Universität Bonn: Tresor mit schwach radioaktiven Stoffen wieder aufgetaucht

Diebstahl im Poppelsdorfer Schloss : Gestohlener Tresor der Uni ist wieder aufgetaucht

In der vergangenen Woche hatten Diebe einen Tresor mit schwach radioaktivem Inhalt aus Räumen der Universität Bonn am Poppelsdorfer Schloss geklaut. Nun ist der Behälter wieder aufgetaucht, einige Fragen sind aber noch offen.

Eine Woche nach dem Diebstahl eines Tresors mit schwach radioaktiven Substanzen ist der Behälter wieder aufgetaucht. Ein Bauarbeiter hat den Stahlkasten am Mittwoch auf der Baustelle am Poppelsdorfer Schloss gefunden und die Polizei verständigt, wie die Universität mitteilte. Demnach konnten die Diebe den Behälter offenbar nicht öffnen. Der Inhalt war nach Angaben der Uni vollständig und unbeschädigt.

Die unbekannten Diebe sollen Anfang vergangener Woche neben technischen Geräten auch den Tresor aus dem Institut für Geowissenschaften am Poppelsdorfer Schloss gestohlen haben. Die Täter sollen nach Angaben der Polizei über ein Baugerüst an ein Fenster im Obergeschoss gelangt sein und dieses gewaltsam eingedrückt haben. Anschließend entfernten sie sich unerkannt mit der Beute.

In dem Tresor wurden unter anderem giftige Laborchemikalien gelagert, darunter auch kleine Mengen von zum Teil schwach radioaktiven Schwermetall-Salzen in wässriger Lösung und in Pulverform. Die Universität reagierte nach eigenen Angaben „mit großer Erleichterung“ auf die Rückkehr des gestohlenen Behälters.

Tresor lag unter einer Plane

Nach Angaben der Polizei lag der Tresor unter einer Plane im Bereich des Dachstuhls des Gebäudes. Unklar sei noch, ob der Tresor nach dem Einbruch für einen späteren Abtransport dort deponiert wurde oder aber nach der Tat zum Poppelsdorfer Schloss zurückgebracht wurde, teilte die Polizei mit. Beschädigungen an dem Behälter wurden nicht festgestellt.

Die Ermittlungen dauern weiter an. Die Beamten hätten am Fundort Spuren gesichert, teilte Polizeisprecher Simon Rott auf Anfrage mit. Einen konkreten Tatverdacht gebe es noch nicht.

Nach der Spurensicherung durch die Polizei brachten Mitarbeiter der Universität den Tresor in ein Labor, wo er unter Schutzbedingungen geöffnet und untersucht wurde, teilte die Uni mit. Dabei habe sich schnell gezeigt, dass der Inhalt vollständig und unbeschädigt war.

Uni verstärkt Sicherung der Baustelle

Die Polizei hatte ebenso wie die Universität ausdrücklich vor den höchst gefährlichen Inhalten gewarnt. Beim Einatmen oder Verschlucken der Substanzen bestehe Vergiftungsgefahr, die Chemikalien seien stark giftig und können den menschlichen Körper schwer schädigen. Durch gewaltsames Öffnen hätten die Ampullen beschädigt werden und die Stoffe entweichen können.

Die Geowissenschaftler nutzen die Schwermetall-Salze nach Angabe der Universität in ihrer Forschung als sogenannte Tracer, also radioaktive Markierungsstoffe. Die Tracer werden zur Untersuchung der chemischen und physikalischen Prozesse bei der Entstehung von Fossilien, der Fossilisation, von Zähnen und Knochen eingesetzt. Die Forschungen sind vergleichbar mit Methoden, die auch in der Humanmedizin eingesetzt werden, um zum Beispiel Gewebeveränderungen zu identifizieren.

Die Universität hat zwischenzeitlich nach eigenen Angaben verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Baustelle und das Poppelsdorfer Schloss noch stärker zu sichern.