Patientenkolloquium zum Thema "Rückenschmerzen": Uniklinik informiert über Ursachen und Therapiemöglichkeiten

Patientenkolloquium zum Thema "Rückenschmerzen" : Uniklinik informiert über Ursachen und Therapiemöglichkeiten

Anatomisch betrachtet, hat die Evolution dem Menschen geschadet: Denn die Wirbelsäule hat ihm zwar den aufrechten Gang ermöglicht, aber die möglichen Rückenprobleme sind auch der Tribut, den er heute dafür zahlen muss.

Im Zuge des neuen, regelmäßig stattfindenden Patientenkolloquiums "Uni-Medizin für Sie - Mitten im Leben" lädt das Universitätsklinikum Bonn zu einem Informationsabend über die Volkskrankheit Nummer eins ein: den Rückenschmerz. Unter dem Motto "Geben Sie Ihrem Rücken die richtige Deckung" gibt es morgen Abend Vorträge über Ursachen von Rückenschmerzen und deren Therapiemöglichkeiten - sowohl konservativ als operativ.

Die kostenlose öffentliche Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Hörsaal des Biomedizinischen Zentrums (BMZ), Sigmund-Freud-Straße 25. Die Wirbelsäule ist die tragende Säule für Kopf und Brustkorb, und sie schützt das Rückenmark vor Verletzungen. Die Wirbel reihen sich wie die Glieder einer S-förmigen Kette aneinander: die sieben Halswirbel, zwölf Brustwirbel und die fünf Lendenwirbel.

Zum Rücken gehören außerdem das unbewegliche Kreuzbein aus fünf zusammengewachsenen Wirbeln sowie das Steißbein mit etwa vier verkümmerten Steißwirbeln. Die Wirbel werden von der Hals- zur Lendenregion hin immer größer und robuster, weil der Lendenbereich eine größere Last tragen muss.

Die 23 Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern sind so etwas wie Stoßdämpfer. Die knorpligen Knochenverbindungen bestehen aus einem Faserring und einem elastischen Gallertkern mit einem hohen Wassergehalt. Bei Druck verlieren sie ihren Wassergehalt, bei Entlastung, also beim Liegen während der Nacht, saugen sie die Flüssigkeit wieder wie ein Schwamm auf. Wölbt sich der Kern nach außen oder tritt er durch die Außenhülle und drückt auf die im Wirbelkanal verlaufenden Nervenwurzeln, spricht man von einem Bandscheibenvorfall.

Doch wann operieren und wann nicht? "Es ist sehr wichtig, mit den unterschiedlichen konservativen und operativen Therapiemöglichkeiten für jeden Patienten ein individuelles Behandlungskonzept zu erstellen", sagt Professor Dr. Dieter C. Wirtz, Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Uniklinikums. Die Klinik behandelt diese Volkskrankheit und andere orthopädische Probleme sowie alle Arten von Verletzungen mit den modernen Therapiemethoden einschließlich minimal-invasiver, endoskopischer Verfahren. Diese Methoden sind für den Patienten schonender, weil dabei nur kleine Schnitte erfolgen.

Neben Wirtz weist der Bonner Orthopäde Dr. Jürgen Römer, dessen Praxis in Bad Godesberg den Schwerpunkt auf konservative Orthopädie und Sportmedizin legt, auf die wachsende Bedeutung der Volkskrankheit hin. Die beiden Ärzte geben einen Überblick, in welchen Fällen eine konservative, eine minimal-invasive oder eine operative Behandlung das Mittel der Wahl ist. Nach den Vorträgen besteht die Gelegenheit, persönliche Fragen an die Referenten zu stellen.

Wer Fragen hat, die beim Patientenkolloquium behandelt werden sollen, kann diese vorab per E-Mail an uni@ga-bonn.de senden.

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