Universität Bonn: Uni muss jährlich acht Millionen Euro sparen

Universität Bonn : Uni muss jährlich acht Millionen Euro sparen

Wer am Mittwoch den "Newsblog" auf der Internetseite der Bonner Universität anklickte, der stieß dort auf eine Nachricht, die viele interessieren dürfte: Die Universität muss jährlich acht Millionen Euro einsparen.

Hintergrund sei ein strukturelles Defizit im insgesamt 573 Millionen Euro fassenden Haushalt, "das die Universität aufgrund ihrer Unterfinanzierung durch das Land Nordrhein-Westfalen aus eigener Kraft bewältigen muss".

Derzeit sei Noch-Rektor Jürgen Fohrmann, dessen designierter Nachfolger Michael Hoch in diesen Tagen erste Interviews gegeben hat, in Gesprächen mit den Dekanen der verschiedenen Fakultäten, erläuterte Unisprecher Andreas Archut auf Anfrage des General-Anzeigers.

Es sei daran gedacht, Stellen einzufrieren, also eine Art Stellenbesetzungssperre zu verhängen. Betroffen davon ist offenbar der Lehrstuhl des scheidenden Professors für Rheinische Landesgeschichte Manfred Groten. Das Verfahren zur Wiederbesetzung des Lehrstuhls sei gestoppt worden; die Fakultät überlege, den Schwerpunkt der rheinischen Landesgeschichte zu verändern. Damit widersprach Archut der Darstellung einer Petition im Internet, der Lehrstuhl sei ganz von Streichung bedroht.

Einfach streichen könne die Universität Professuren oder Fächer ohnehin nicht, so Archut, dem müsse das zuständige Landesministerium zustimmen. Insgesamt habe das Rektorat mit den Fakultäten ein ganzes Bündel von Sparmaßnahmen verabredet. Die Hauptlast trügen die großen Fakultäten mit Ausnahme der Medizin, die über einen eigenen Haushalt (129 Millionen Euro) verfügt, so Kanzler Reinhardt Lutz.

Einer der Gründe für das Defizit: Der allgemeine Betrieb der Universität, also etwa Personal, Mieten und Energiekosten, müsse aus dem jährlichen Landeszuschuss finanziert werden. Der sei gleich geblieben - obwohl allein die Ausgaben für Strom, Gas und Heizöl in den vergangenen vier Jahren um sieben Millionen Euro pro Jahr gestiegen seien. Fohrmann: "Faktisch haben wir jedes Jahr weniger Mittel zur Verfügung." Der Rektor betont, die Sparmaßnahmen sollten nicht auf Kosten der Lehrqualität gehen: "Um die Betreuung der Studierenden sicherzustellen, stehen aus Sonderprogrammen ausreichende Mittel zur Verfügung."

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