Uni Bonn: Verfahren wegen möglicher Übergriffe bei Ersti-Fahrt eingestellt

Staatsanwaltschaft stellt Verfahren ein : Verfahren wegen möglicher Übergriffe bei Bonner Ersti-Fahrt eingestellt

Die Vorwürfe waren massiv: Laut den Angaben eines anonymen Teilnehmers sollen bei einer Fachschaftsfahrt der Uni Bonn betrunkene Studentinnen sexuell missbraucht worden sein. Nun ist das Verfahren gegen Unbekannt eingestellt worden.

Im Oktober vergangenen Jahres war bei der Universität Bonn ein anonymes Schreiben eingegangen - mit schweren Vorwürfen gegen männliche Teilnehmer einer Erstsemester-Fahrt der Uni Bonn nach Bergneustadt im Oberbergischen Kreis. Laut dem Schreiben sollte es während der Fahrt zu genötigten Sauf-Exzessen und sexuellen Übergriffen auf stark alkoholisierte Studentinnen gekommen sein. Auf dieses Schreiben hin hatte die Kölner Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen und nach möglichen Zeugen gesucht.

Nun wurden die Ermittlungen eingestellt: Laut offizieller Mitteilung der Staatsanwaltschaft konnten in dem Fall „weder geschädigte Personen noch Tatverdächtige ermittelt werden“.

Andreas Archut, Sprecher der Uni Bonn, sagte auf Anfrage des GA, dass die Universität Bonn „der Staatsanwaltschaft Köln für ihre gründliche Untersuchung der anonymen Vorwürfe dankbar“ sei. „Auch wenn sich der Anfangsverdacht nicht erhärtet hat, bleibt die Bekämpfung von sexualisierter Gewalt und Diskriminierung ein Thema für uns in der Universität“, so Archut weiter.

Die Universität Bonn weise in diesem Zusammenhang auch auf die bereits 2011 verabschiedeten „Richtlinien zum Umgang mit sexueller Belästigung an der Universität Bonn“ hin.

Erste Anlaufstelle für Hilfesuchende in der Universität ist das Büro der Gleichstellungsbeauftragten. Aber auch das Rektorat, Dekanate, das Personaldezernat, das Justitiariat, die Personalräte, die Mitarbeiter- und Konfliktberatung, den Betriebsärztlichen Dienst und den AStA könne man ansprechen, wenn man Hilfe braucht.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Universität Bonn informiert online über Hilfsangebote. Die Uni hat außerdem weitere Beratungsangebote zusammengestellt.