Vom Hundeklo bis zur Wiese im Pizzakarton: Ungewöhnliche Gründer-Ideen aus Bonn und der Region

Vom Hundeklo bis zur Wiese im Pizzakarton : Ungewöhnliche Gründer-Ideen aus Bonn und der Region

Hundeklos für die Wohnung, ein Immobilienportal in Vogelperspektive oder untypische deutsche Souvenirs im Hosentaschenformat, Jungunternehmer aus Bonn und der Region lassen sich was einfallen und starten durch. Die besten aus 2017 stellen wir hier vor.

Auf der Ideenbörse der IHK Bonn Rhein-Sieg kommen sie jedes Jahr zusammen und stellen ihre Ideen vor. Diese klingen zuweilen ungewöhnlich, wie das Hundeklo Carnilo für Wohnung und Balkon. Was kurios anmuten mag, hat einen durchaus ernsthaften Hintergrund, wie Erfinderin Katerina Capellmann im Gespräch mit dem GA erklärt. "Mein Mann ist Tierarzt und hat entsprechend oft mit kranken und alten Hunden zu tun." Und genau für diese vierbeinigen Patienten wurde das Klo entwickelt.

Das Thema polarisiere, weiß Capellmann. "Es haben mir schon einige Kunden gesagt, dass sie die Idee erst belächelt hätten, als ihr Hund dann krank war, waren sie dankbar, dass es so etwas gibt", sagt die Jungunternehmerin aus Troisdorf.

Dass es sich ausgerechnet um eine in einem Holzrahmen eingebettete grüne Wiese handelt, hat seinen Grund. Capellmanns Schwiegervater ist Hersteller von Rollrasen. Und Hunde entleeren ihre Blase oder ihren Darm vorzugsweise auf diesem natürlichen Untergrund. "Die erste Wiese brachten wir in einem Pizzakarton zu unserem Patienten", sagt Capellmann und erinnert sich an Jack-Russel-Mops Olaf. Als Welpe hatte er ein echtes Blasenproblem und musste in der Nacht mehrmals raus. Das aber ist unter Umständen ohne eigenen Garten schwer möglich.

Zwei bis drei Wochen hält das Hundeklo. Dabei komme es ganz auf den Standort an. Bei Fußbodenheizung trocknet der Rasen schneller aus, auf dem Balkon könne die Wiese durchaus bis zu vier Wochen halten.

Bonner machen Lust auf Wohnungssuche

Noch in den Anfängen stecken Tim Erdmann, Matthias Sell und Timothy Krechel mit ihrem "Immo-Naut". Im letzten Jahr reifte die Projektidee, so richtig ausgearbeitet wird sie von dem Bonner Trio seit Mai dieses Jahres. Seit Herbst finanzieren sie ihr Vorhaben mit dem Exist-Gründerdarlehen. Ihr Ziel: Ein Immobilienportal zu kreieren, das die Wohnungssuche zur Entdeckung werden lässt. Im Klartext heißt das, dass auf ihrem Portal alle Wohnungen oder Häuser zu finden sind, die sonst nur durch Einzelaufruf der einschlägigen Immobilienseiten gesehen werden können. "Wir sind dazu mit Immoscout und Immobilienwelt eine Partnerschaft eingegangen", erklärt Matthias Sell zum Hintergrund.

Sell und Erdmann haben Geographie studiert, Krechel Betriebswirtschaftslehre mit einem Faible für Programmierung. Neu ist für sie die Thematik nicht. "Während unserer Bachelorarbeit haben wir gemeinsam geforscht, was nötig ist, um Spaß an der Wohnungssuche zu entwickeln. Was müssen wir anders machen?", fragt Sell.

Ab Februar 2018 sollen die Nutzer von Immo-Naut nicht nur die Angebote der Partnerseiten gebündelt auf einer Karte vorfinden, sondern auch sehen können, wo Parks in der Nähe sind oder welche Cafés und Kneipen quasi um die Ecke liegen. Wem es wichtig ist, kurze Wege zur Uni, zum Job oder zu Freunden zu haben, wird auch dies in seine ganz persönliche Wohnungssuche einbinden können. Wohnungssuchende nehmen die Vogelperspektive ein und fliegen förmlich über ihren Wunschwohnort.

Lustige deutsche Souvenirs aus Bonn

Anders machen wollen es auch die Macher der German Export Box. Altbackene Souvenirs aus Deutschland waren gestern. Peter, Catherine, Boris, Anna und Nele aus Bonn waren vom deutschen Mitbringsel-Muff frustiert. "Wer hängt sich denn wirklich eine Kuckucksuhr in seine gestylte Wohnung oder trinkt Bier ständig aus Riesenbierkrügen?", fragen die fünf auf ihrer Webseite. Die German Export Box ist ein Kooperationsprojekt der beiden Bonner Werbe- und Designbüros moustache-design und der virtual agency.

Ihre Produkte, ein Kurzhaardackel in bunten Farben oder die Currywurst mit Gabel sowie ein alter VW-Bus als Pin-Magnete für den Kühlschrank oder die Magnetwand können online bestellt werden und werden im Hosentaschenformat in einer kleinen Pappbox geliefert. Alle Produkte werden in Deutschland hergestellt, betonen die Macher, die sich wünschen, dass ihre kleine Export-Box künftig die Welt bereist.