Vorfall in Bad Godesberg: Ungebetener Hochzeitsgast griff zum Messer

Vorfall in Bad Godesberg : Ungebetener Hochzeitsgast griff zum Messer

Als ungebetener Gast sorgte ein 40-Jähriger auf einer Hochzeitsfeier in Bad Godesberg für Angst und Schrecken und griff sogar Polizisten an. Auch an einer Imbissbude und in der Bahn sorgte er für Angst. Nun stand der psychisch Kranke vor Gericht.

Ob als ungebetener Gast auf einer Hochzeitsfeier, ob an einer Imbissbude oder in der Straßenbahn: Wo immer der 40-Jährige auftauchte, sorgte er für Angst und Schrecken. Die Staatsanwaltschaft klagt den drogensüchtigen Mann, der an Schizophrenie leidet, nun wegen diverser Straftaten an und beantragt zudem dessen Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik. Demnächst muss sich der Vater von zwei Kindern vor dem Bonner Landgericht verantworten, wie Behördensprecher Tobias Gülich bestätigte.

Tätlicher Angriff auf Polizeibeamte und Widerstand wird dem Angeklagten in dem Fall vorgeworfen, der sich auf einer Hochzeitsfeier in der Stadthalle in Bad Godesberg ereignete. Am 22. Oktober 2016 soll der 40-Jährige am Kuchenbuffet erschienen sein und sich ein Tortenmesser gegriffen haben. Als ihn jemand ansprach und fragte, was ihm einfiele, wanderte er mit starrem Blick weiter. Der Zeuge rief die Polizei. Doch als die Beamten den ungebeten Gast aufforderten, das Messer fallenzulassen, und ihn nach Waffen durchsuchen wollte, soll er sich heftig gewehrt und die Polizisten angegriffen haben.

Im September stand der gelernte Maurer deshalb erstmals vor dem Bonner Amtsgericht, wo ihm auch noch eine Tat vorgeworfen wurde, die er am 12. Mai begangen haben soll: Da soll er in der Straßenbahn einen Afrikaner auf üble Weise beleidigt und bedroht haben. Als eine junge Frau dazwischenging, soll er ihr aggressiv die Kopfhörer vom Kopf gerissen und anschließend auch noch die Notbremse gezogen haben.

Der 40-Jährige erklärte dazu: Er habe sich bei der Hochzeit doch nur ein Stück Kuchen abschneiden wollen. Er sei seit drei Jahren arbeitslos und lebe seitdem von Sozialleistungen. Außerdem konsumiere er Alkohol und Amphetamine und höre immer wieder auch Stimmen. So auch in der Straßenbahn. Als ein Gutachter den Mann für vermindert schuldfähig aber auch gefährlich einstufte, verwies der Amtsrichter das Verfahren ans Bonner Landgericht.Das soll nun prüfen, ob der 40-Jährige dauerhaft in der forensischen Klinik, wo er zurzeit vorläufig untergebracht ist, bleiben muss.

Im Prozess vor dem Landgericht geht es demnächst noch um weitere Anklagen: So soll der Mann am 27. Februar an einer Imbissbude in Bornheim Wirt und Gästen mit einer erhobenen Axt gedroht haben, er mache "alle platt". Tags zuvor soll er in Bornheim in der Bank versucht haben, sich das Geld eines Kunden zu greifen. Und im April soll er in Dransdorf eine Autoscheibe eingeschlagen haben.

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