Station Pauwels für ältere Patienten: Unfallchirurgie auf dem Venusberg eröffnet neue Station

Station Pauwels für ältere Patienten : Unfallchirurgie auf dem Venusberg eröffnet neue Station

Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie auf dem Venusberg hat nach 14-monatiger Bauzeit eine neue Station für ältere Patienten eröffnet. Das Ziel ist, Komplikationen nach Operationen bei Kunstgelenkersatz oder Sturzverletzungen zu vermeiden.

Das neue Angebot geht laut Uniklinikum auf die Erfahrung zurück, dass der Genesungsprozess bei Patienten höheren Alters durch spezielle Behandlungsmaßnahmen gezielt verbessert werden kann. Damit sollen Einschränkungen der Mobilität, die nach großen Eingriffen auftreten können, schnellstmöglich entgegengewirkt werden und zudem helfen, das Risiko von Komplikationen wie Verwirrtheitszuständen (postoperatives Delir) zu minimieren.

Die Erholungsphasen für die Patienten verlaufen laut Professor Dieter Wirtz kürzer und angenehmer, wenn geriatrisch geschultes Fachpersonal unmittelbar mit einbezogen wird. „Diese notwendige Zusammenarbeit lösen wir nun durch ein eigenes Team von spezialisierten Pflegefachkräften, Ergo- und Physiotherapeuten sowie Logopäden und Ärzten“, sagte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. Das Team werde von einem geriatrischen Oberarzt auf der Station geleitet.

Klinik hat 1,9 Millionen Euro investiert

„Täglich wird der Genesungsprozess eines jeden Patienten gemeinsam evaluiert und ein individuelles Behandlungskonzept aufgestellt“, sagte Wirtz. Im Zuge dieses neuen Konzeptes wurden mehrere Pflegekräfte geriatrisch fortgebildet. 1,9 Millionen Euro hat die vollständige Umgestaltung der Station mit 24 Betten gekostet. So erleichtern verbreiterte Türen Patienten mit Gehhilfen und Rollstühlen die Fortbewegung.

Drachenfels, Godesburg, Sterntor, Alte Post: In den zwölf Patientenzimmern helfen historische Schwarz-Weiß-Fotos von Bonn und Umgebung an der Wand und auf der Rückseite der Flurtür, das eigene Zimmer schneller wiederzufinden. Für das interdisziplinäre Team wurde ein Multifunktionsraum für Besprechungen und Behandlungsvorbereitungen eingerichtet. Ziel all dieser Maßnahmen ist es, langfristige geriatrische Aufenthalte in der Klinik zu vermeiden, die Qualität der Patientenversorgung weiter zu verbessern und den Patienten eine schnellere Rückkehr in ihre gewohnte Lebensumgebung zu ermöglichen. „Die Einrichtung einer solch spezialisierten Station ist eine weitere wichtige Komponente in unserem bisherigen geriatrischen Leistungsspektrum am Universitätsklinikum Bonn“, sagte Professor Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender am UKB. Auf Kongressen habe man, so Holzgreve, erfahren, dass dieses Konzept bisher einzigartig in Deutschland sei.

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