Prozess in Bonn: Trio soll Freier in Sexfalle gelockt und beraubt haben

Prozess in Bonn : Trio soll Freier in Sexfalle gelockt und beraubt haben

In eine üble Sexfalle soll ein Trio aus Bonn im November 2013 fünf Freier gelockt haben: Die Opfer, allesamt Geschäftsreisende, wurden mit Waffen bedroht und ihrer Wertgegenstände beraubt.

Nun hat die Staatsanwaltschaft die 24-jährige Frau, die den Männern ihre Dienste im Internet angeboten haben soll, und einer ihrer mutmaßlichen Komplizen angeklagt. Gegen den Dritten im Bunde wird gesondert ermittelt.

Die Anklage wirft der 24-Jährigen und dem 36-jährigen Mann nun mehrfache besonders schwere räuberische Erpressung, mit Waffen, erpresserischen Menschenraub und besonders schweren Raub vor.

Nach Überzeugung der Ermittler waren sie es, die mit immer derselben Masche vorgingen: Die Frau knüpfte in einem einschlägigen Chatroom im Internet die Kontakte zu den potenziellen Opfern, verabredete mit ihnen zwischen 200 und 800 Euro für sexuelle Dienstleistungen und bestellte sie an einen Ort in Bonn.

Der erste Freier ging ihnen laut Anklage am 1. November ins Netz. Als der Mann erschien und der 24-Jährigen das Geld gab, tauchten die zwei Komplizen auf, bedrohten ihn mit einer Pistole, zwangen ihn, ihnen alle Wertgegenstände zu geben, zwangen ihn zurück ins Auto, und während sie mit ihm an einen anderen Ort fuhren, durchsuchten sie ihn und den Wagen. Dann ließen sie ihn raus und den Wagen 150 Meter entfernt stehen.

Auf diese Weise nahmen sie laut Anklage bis 23. November noch vier weitere Opfer aus, die stets mit einer Pistole, eines noch zusätzlich mit einem Messer bedroht wurden. Ihre Beute: mehrere Tausend Euro und 1000 Schweizer Franken, teure Handys und eine Luxusuhr für 10.000 Euro. Durch Überwachung der geraubten Handys wurden sie gefasst und sitzen seit dem 26. November in U-Haft.

Die 24-Jährige und der 36-Jährige, der laut Anklage Wohnungen an Bonn-Besucher aus dem arabischen Raum vermietet, bestreiten die Taten. Doch die Ermittler sind sich ihrer Sache sicher: Sie fanden in seiner Wohnung die Pistole und eines der geraubten Handys.

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