Kommentar zur Zahl der Schuldner: Trend

Kommentar zur Zahl der Schuldner : Trend

Dem Schuldneratlas zufolge, steht Bonn und die Region im Gegensatz zu den meisten Städten und Kommunen in Deutschland besser da. Die Schuldnerquote in Bonner Haushalten nimmt weiter ab.

Bonn und die Region stehen besser da als die meisten Städte und Kommunen in Deutschland. Die niedrige Arbeitslosenquote zeugt davon. Die Unternehmen sind zufrieden. Ein weiteres Indiz ist der Rückgang der Schuldnerquote in den vergangenen Jahren und die sinkende Zahl der Menschen, die mehr Geld ausgeben als sie einnehmen. Gerade in der Langzeitbetrachtung der vergangenen Jahre zeigt die Analyse der Wirtschaftsauskunftei Creditreform einen positiven Trend, zumal in Bonn und in vielen Teilen des Rhein-Sieg-Kreises die Bevölkerung wächst. Zum Vergleich: In Köln liegt die Schuldnerquote mit 11,67 Prozent knapp drei Prozentpunkte höher als in Bonn. Deutschlandweit wächst die Überschuldung von Privatpersonen zum fünften Mal in Folge. Die Region ist so etwas wie die Insel der Glückseligen.

So werden es die 23 620 Bonner, die in diesem Jahr nicht wussten, wie sie ihre Schulden bedienen können, allerdings nicht empfinden. Schulden lasten meist schwer auf den Schultern. In der Regel entstehen sie nicht durch die Anschaffung eines Zweitwagens oder eines Fernsehers mit zwei Meter Bildschirmdiagonale, sondern durch Veränderungen der Lebenssituation: Scheidung, Jobverlust, Krankheit. Seit dem novellierten Insolvenzrecht ist es immerhin möglich, die Entschuldung schneller als früher voranzutreiben. Wichtige Grundlage, um wieder ins Leben zu finden, ist eine bezahlbare Wohnung. Beim Bau von Förderwohnungen hinken Bonn und die Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis hinterher. Im Kreis tut man sich mit einer verbindlichen Quote für sozialen Wohnungsbau schwer, antizipiert aber gerne von der Wirtschaftskraft Bonns.