Zertifikat "Medienscout": Training gegen Datendiebstahl in Bonn

Zertifikat "Medienscout" : Training gegen Datendiebstahl in Bonn

50 Schüler des Bonner Beethoven-Gymnasiums erhalten von Polizeipräsidium und Medienzentrum das Zertifikat "Medienscout".

Ein interessantes Experiment hatten sich die frischgebackenen "Medienscouts" des Beethoven-Gymnasiums ausgedacht: Sie verteilten Bögen in der Aula, auf denen man eintragen sollte, welche Daten man bei der Registrierung für Facebook angeben würde: Name, E-Mail, Adresse, vielleicht auch noch die Kontonummer und die Lieblingspasswörter im Internet? Die meisten, ergab die anschließende Auswertung der Schüler, hätten es richtig gemacht: Mehr als den Namen und die Mailadresse sollte man nicht preisgeben.

In der Aula des Gymnasiums erhielten alle Teilnehmer am Medienscout-Projekt des Medienzentrums Bonn und des Polizeipräsidiums ihre Zertifikate. Freiwillige vom Beethoven-Gymnasium, der Bertolt-Brecht-Gesamtschule und der Gertrud-Bäumer-Realschule hatten sich vier Tage lang zum Thema Sicherheit im Umgang mit neuen Medien schulen lassen. Dabei stellten sie fest, dass sie noch viele Wissenslücken haben.

"Zum Beispiel, dass Apps auf sehr viel zugreifen können, was sie eigentlich nicht brauchen, damit die Firmen Geld machen können mit unseren Daten", so Jounes (13) von der Bertolt-Brecht-Gesamtschule. Und in vielen sozialen Netzwerken sollte man besser keine Geheimnisse schreiben, so Schulkameradin Esterwan (14), weil sie meistens für alle sichtbar seien. "Und wir haben gelernt, wie wir Leuten helfen können, die betroffen sind vom Cybermobbing", sagte sie. Erste Maßnahme: "Erst mal Beweise sichern mit Screenshots", riet Niclas (13). Danach seien Lehrer gute Anlaufstellen.

Die Medienscouts haben diesen Kurs nicht nur für sich gemacht: "Sie sollen später jüngere Schüler beraten können", erklärte Gesamtschullehrerin Angela Reile. Die Zertifikate erhielten die Schüler von Sabine Hörter vom Medienzentrum und Polizist Lorenz Wüster. Vorher präsentierten die Jugendlichen bestimmte Themenbereiche wie Cybermobbing und Privatsphäre im Internet.

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