Premiere des "Kneipen-Bachelors": Tour von Theke zu Theke

Premiere des "Kneipen-Bachelors" : Tour von Theke zu Theke

Neun Kneipen stehen auf Steffens Faltplan, den er in jeder Gaststätte abstempeln lassen muss. Mit sechs Kommilitonen zog der 20-jährige Student am Montagabend durch die Bonner Innenstadt, um seinen Kneipen-Bachelor zu machen.

Das Konzept, in kürzester Zeit so viele Theken wie möglich kennenzulernen, stammt aus Münster. Dort ziehen seit dreieinhalb Jahren zum Semesteranfang bis zu 2500 Studenten durch die Stadt. Bei der Premiere in Bonn waren es 750. "Wir studieren alle seit zwei bis vier Semestern, gerade wenn man neu ist, kennt man die Kneipen nicht", sagte Steffen. Acht musste die Gruppe besuchen, statt Bier konnten sie auch nichtalkoholische Getränke bestellen.

"Es geht nicht darum, sich zu besaufen", sagte Benedikt. Die Jungs bestellten trotzdem in jeder Kneipe ein Bier. In der Pinte an der Breite Straße hatten sich die Wirte Lukas Liebersbach und Philipp Fornal eine dritte Bedienung organisiert, weil sie befürchteten, mit dem Ansturm überfordert zu sein. Sie sollten recht behalten: In großen Gruppen stürmten die Studenten regelrecht an die Theke, mit den Bestellungen kamen die drei hinter dem Tresen kaum hinterher. "Dabei haben wir extra unsere Karte mit 50 Bieren gar nicht erst rausgestellt", sagte Liebersbach.

Dass die Kneipe bei der Aktion mitmachte, lag vor allem an der Werbung. Die Studenten kamen schnell rein, tranken und waren nach zehn Minuten wieder verschwunden. "Nicht lang genug, um den Charakter einer Kneipe zu erfassen, aber wenigstens wissen sie, dass es uns gibt", sagte Liebersbach. So sah das auch die Gruppe um Steffen und Benedikt, die von Freunden aus Münster von der Veranstaltung erfahren hatte.

"Wir können uns jetzt einen ersten Einblick verschaffen, nachher kommen wir dann vielleicht noch einmal vorbei. Oder eben an anderen Tagen", sagte Steffen. Fünf Euro hatte jeder von ihnen bezahlt, um jedes Getränk im 0,2-Literglas für 1,50 Euro zu bekommen und später an der Abschlussfeier im "Untergrund" oder der "Bar Ludwig" teilnehmen zu können.

Dass es den Kneipen-Bachelor nun in der Bundesstadt gibt, liegt den drei ehemaligen Münsterer Studenten und gebürtigen Bonnern Robert Schlieker und Nicolas Nent, die beim Veranstalter arbeiten. "Das funktioniert nur in einer Studentenstadt mit einer intakten Kneipenszene", sagte Nicolas Nent. In den nächsten Semestern soll es weitergehen, mit Master, Professur und Ehrendoktorwürde.