Jugendseelsorge in Bonn: Torsten Kürbig predigt zum letzten Mal

Jugendseelsorge in Bonn : Torsten Kürbig predigt zum letzten Mal

Der Bonner Stadtjugendseelsorger wird Schulseelsorger in Bad Honnef. Jetzt fehlt der Jugendkirche Campanile ein Pastor.

Während der Abschiedsmesse für Stadtjugendseelsorger Torsten Kürbig wird deutlich, wie groß die Lücke ist, die er hinterlässt. Im Anschluss an die mit #DankeTorsten überschriebene Taizé-Messe in St. Franziskus in der Altstadt verabschiedeten sich zahlreiche Weggefährten von Kürbig.

Im Oktober 2017 kam Torsten Kürbig nach Bonn und wurde mit einer halben Stelle Stadtjugendseelsorger. Mit einer weiteren halben Stelle war er Schulseelsorger an der Erzbischöflichen Schule St. Josef in Bad Honnef. Zum 1. Februar wurde er, wie berichtet, von seinen Aufgaben als Stadtjugendseelsorger entpflichtet und wird Schulseelsorger in Bad Honnef. Gleichzeitig endet damit auch seine Arbeit als Präses im Bonner Stadtvorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), als Bezirkskurat im Bundesbezirk Bonn der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) und als Kurat im DPSG-Stamm Phönix Bonn-Mitte.

Für jeden Sonntag einen Hashtag

Für die Jugendkirche Campanile fehlt mit seinem Weggang auch ein Pastor für die regelmäßigen Jugendgottesdienste. Für dieses Kernstück mussten andere Formen gefunden werden, aber man habe den Weggang auch als Chance genutzt, berichtet Bernward Siemes (Referent Jugendpastorale Angebote und Jugendpastorales Zentrum Bonn). Man habe sich gedacht: „Dann gestalten wir Kirche selber“ und einen Weg gefunden, das Angebot jeden Sonntag weiterlaufen zu lassen.

Herausgekommen ist eine einmalige Reihe in Deutschland: Die Hashtag-Woche stellt jeden Sonntag im Monat unter einen eigenen Hashtag. Der erste Sonntag im Monat ist #taizé: ein ökumenisches Taizé-Gebet. Der zweite Sonntag im Monat bietet unter #musik die Möglichkeit, Songs vorzustellen oder über Musik zu sprechen – mit aktuellen Videos und Künstlern aus der Region.

Für den dritten Sonntag im Monat – #messe – wurden bis zum Sommer Vertretungen für die klassische Jugendmesse gefunden. Beim vierten Sonntag im Monat steht #daswort, also die Predigt, im Zentrum. Interessante Menschen, Priester oder auch Laien, werden eingeladen. Sollte es – wie im März – einen fünften Sonntag im Monat geben, steht der unter #stille. Die Kirche ist offen und bietet den Jugendlichen einfach einen Raum.

Für alle Bereiche gilt: Jeder kann ihn so gestalten, wie er will. „Es ist wirklich jeder eingeladen sich bei uns zu melden“, ruft Siemes auf. Er möchte auch zum Beispiel Schulklassen Mut machen, sich zu beteiligen. Die Lücke, die der Abschied von Stadtjugendseelsorger Torsten Kürbig hinterlässt, biete auch Möglichkeiten: „Das ist die Chance, Kirche selbst in die Hand zu nehmen“, so Siemes.