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Bavaria Bonn: Tiefe Verbundenheit zur katholischen Kirche

Bavaria Bonn : Tiefe Verbundenheit zur katholischen Kirche

Auch Bavaria Bonn trifft sich zum Stiftungsfest und blickt auf eine 170-jährige Geschichte zurück.

Schmissig ist es am Samstag beim Festkommers der Bavaria Bonn im Kastaniengarten des Rheinhotels Dreesen zugegangen. Der musikalisch begleitete Einzug der Chargierten in Uniformen - mit Bändern, Mützen, Säbeln und hohen Stiefeln - entfaltete einen etwas martialischen Charakter. Nach festen Ritualen wurde gesungen, geprostet, geplaudert und den Reden gefolgt.

Er würde gern noch in Jahrzehnten ins Verbindungshaus zurückkehren und alles so vorfinden, wie er es jetzt verlasse - da er sich ins Berufsleben aufmache und eine Familie gründen wolle. Mit diesem Wunsch schloss Dirk Dievernich, ein junger Senior in Wichs und mit vor sich liegendem Säbel, sein Plädoyer für eine Kontinuität der Prinzipien und Bräuche seiner Korporation, der Bavaria.

Im Gegensatz dazu plädierte Ansgar Schmidt, Abtpräses der Benediktinerkongregation Marianische Verkündung, in schlichter, schwarzer Kutte für Veränderungen in der Katholischen Kirche. Er setzte sich kritisch mit ihrer Vergangenheit und Haltung auseinander: "Viele von uns wissen noch, wie sehr die Kirche sich hat verführen lassen, mit Angst zu arbeiten und Menschen ein schlechtes Gewissen zu machen."

Hoffnungsvoll wies er auf erfreuliche Entwicklungen hin - etwa dass es im Inneren einen offeneren Austausch gebe. Seit März 2013 mache es ihm mehr Freude, zur Katholischen Kirche zu gehören.

Der Kommers war der festliche Höhepunkt des vier Tage dauernden Stiftungsfestes. Begrüßungsabend war am Donnerstag im Bavarenhaus in der Tempelstraße, mit Blick auf Rhein und Siebengebirge. Freitag folgte ein Ball im Hotel Königshof, Samstag war Familientag und am Sonntag fand ein Pontifikalamt im Münster mit anschließendem Festumzug statt.

Die Bavaria Bonn, 1844 von Bonner Theologiestudenten gegründet, ist die älteste Studentenverbindung im deutschen Laienkatholizismus. Es ist eine farbentragende, nicht-schlagende Verbindung mit rund 500 Mitgliedern.

Wichtig sind ihr die Zugehörigkeit zur Katholischen Kirche, Verbundenheit zur Wissenschaft, Pflege von Freundschaften und Liebe zum Vaterland. "Die wichtigsten Dinge sind für uns das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Lebensverbundenheit", so Phillistersenior Michael Bogen.