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Benefizkonzert für Obdachlose: Thomas Beckmann spielt Cello

Benefizkonzert für Obdachlose : Thomas Beckmann spielt Cello

Der Name ist symbolträchtig: "Il Mendicante - der Bettler" ist der Name von Thomas Beckmanns weltberühmtem Guadagnini-Cello. Der international bekannte Virtuose war gestern wieder einmal in Bonn zu Gast, aber nur wenig mehr als 150 Zuhörer hatten den Weg in die Kreuzkirche gefunden, um Beckmanns Interpretationen von Vivaldi, Bach, Couperin, Kreisler, Boccherini, Bach oder Ravel zu lauschen.

Bereits zum 13. Mal spielte der Düsseldorfer in Bonn zugunsten hilfsbedürftiger und obdachloser Menschen. Noch bis zum 1. April tourt der 58-Jährige durch Deutschland; der Künstler verzichtet dabei auf seine Gage und der Gewinn aller Konzerte kommt einem guten Zweck zu.

In Bonn sind dies drei Projekte: Der Verein für Gefährdetenhilfe kauft von den Geldern warme, wasserdichte Schlafsäcke für Obdachlose, der Caritasverband organisiert einen Mahlzeitendienst für Menschen in Wohnungsnot und der Johannesbund richtet ein Weihnachtsfest für wohnungslose Frauen und Kinder aus.

Beckmanns Einsatz begann vor über 20 Jahren: Während 1993 Tausende von Menschen zum Düsseldorfer Weihnachtsmarkt strömten, erfroren zugleich zwei obdachlose Frauen in der Altstadt. Der Cellist startete daraufhin unter dem Namen "Schlafsäcke für Obdachlose" die erste private Hilfsaktion zugunsten Obdachloser nach dem Kriege.

Drei Jahre später gründete er den Verein "Gemeinsam gegen Kälte", der seitdem Obdachlose und Hilfsbedürftige in über 100 deutschen Städten unterstützt; rund 1,5 Millionen Euro spielte der Musiker in bislang über 500 Benefizkonzerten ein. Der renommierte Musiker begeisterte auch in der Kreuzkirche wieder einmal das Publikum: Er freue sich ganz besonders wieder einmal in Bonn aufzutreten, da ihn ja auch eine langjährige Freundschaft mit dem Bonner Landtagsabgeordneten und Schirmherren der Veranstaltung Bernhard von Grünberg verbinde, erzählte er zu Beginn seines Auftritts.

Nach dem Entrée des Obdachlosenchors "Starke Stimmen Bonns" führte er mit kurzen Hinweisen zu den einzelnen Stücken durch ein Programm, bei dem das Instrument stets im Mittelpunkt stand, als Zugabe spielte er eine Habanera von Ravel und ein Arioso von Bach.

"Der Bettler" stammt übrigens aus der Werkstatt des Mailänder Geigenbauers Giambattista Guadagnini.