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Ehrenamt: Tenten-Preise gehen an Brücke-Krücke und Bernd Müller

Ehrenamt : Tenten-Preise gehen an Brücke-Krücke und Bernd Müller

Den Preis der Stiftung erhielten in diesem Jahr der Verein Brücke-Krücke und Bernd Müller, Gründer der Bürgerinitiative BISS. Die Auszeichnung ist mit je 6000 Euro dotiert.

Seit 16 Jahren kümmert sich der 68-jährige Bernd Müller um Jugendliche und junge Erwachsene in Medinghoven und sorgt für Ordnung in einem Stadtteil, in dem zu Beginn seines Ehrenamtes noch ganz andere Zustände herrschten. „Früher lungerten hier immer etwa 30 junge Leute auf der Straße herum, alles war zugemüllt“, erzählt Müller. Der Umgangston war rau und Kriminalität fast an der Tagesordnung. Wichtig ist dem früheren Oberstleutnant der Bundeswehr gegenseitiger Respekt aller dort lebenden Menschen, von denen viele einen Migrationshintergrund haben.

Auch schon von der Stadt geehrt

Im Prinzip tat Müller nichts anderes, als ein Streetworker, nur eben ehrenamtlich. „Ich mache die Ansprache, dass sie sich ordentlich benehmen sollen und sage ihnen, dass ihr Leben wertvoll ist. Das kommt an“, sagt Müller, der auch heute noch an den Wochenenden die Jugendlichen auf der Straße aufsucht. „Die können sich zu Hause nicht treffen. Sie haben nur die Straße“, fügt er hinzu. Vielen habe er geholfen, Jobs und eine Ausbildung zu finden. Darauf ist er stolz. Dass er nun dafür zum zweiten Mal ausgezeichnet wird, freut ihn umso mehr. Gerechnet hat er damit jedenfalls nicht. Im Mai dieses Jahres erhielt er für seine Arbeit bereits den Integrationspreis der Stadt Bonn.

Seit 26 Jahren werden mit dem Tenten-Preis ehrenamtliche soziale Projekte ausgezeichnet. Normalerweise sind es Einzelpersonen, die dahinter stehen, die auf diese Weise geehrt werden. Der Verein Brücke-Krücke bildet eine Ausnahme und erhält zum zweiten Mal den Tenten-Preis, wie Manfred Mörsch der Vorsitzende der Stiftung sagt.

Andrea Adler von Brücke-Krücke kam mit Mona Olzen und Jordan Schüneberger stellvertretend für den Freizeitverein, der behinderte und nichtbehinderte Jugendliche auf eine ganz einfache Art zusammenbringt. Die drei Jugendlichen sehen sich nicht als Ehrenamtler. „Wir sind alle gleichwertig und nutzen die Freizeitgruppe für gemeinsame Treffen und Ausflüge“, sagt Adler. Es ist eine freie Gruppe, die ohne Anleitung auskommt. Integration findet dort nahezu beiläufig statt, indem die Teilnehmer der Freizeiten sich gegenseitig kennenlernen.