Tempo-30 Tempo 30 in Bonn: Stadt richtet neues Tempolimit ein

Begrenzung für Hauptverkehrsstraße : Stadt richtet neue Tempo-30-Zone in Bonn ein

Der Bonner Hauptausschuss hat für die Straße Auf dem Hügel in Bonn eine Testphase für eine Tempo-30-Zone beschlossen. Für die Königswinterer Straße und die Servatiusstraße soll es keine Änderungen geben.

Bonn ist nach wie vor eine laute Stadt. Das liegt nicht allein an den Zügen, die Tag und Nacht mitten durch die Stadt rattern. Auch der Straßenlärm zerrt an den Nerven vor allem der Bewohner an den Hauptdurchgangsstraßen. Der städtische Lärmaktionsplan, der mittlerweile in der dritten Fortschreibung den politischen Gremien zur Beratung vorliegt, hat deshalb auch eine Temporeduzierung auf vier Hauptstraßen in Bonn empfohlen. Der Gutachter, der mit der Überarbeitung des Lärmaktionsplans beauftragt war, sieht bei diesen vier Straßen eine erhebliche Lärmbelastung für die Anwohner – sowohl tagsüber als auch nachts. Die könnte bei Einführung von Tempo 30 erheblich gesenkt werden, so der Gutachter.

Der Hauptausschuss gab in seiner Sitzung am Donnerstagabend indes nur für zwei der vorgeschlagenen Straßen grünes Licht. Allerdings ist eine dieser beiden Straßen, An der Josefshöhe, ohnehin bereits beschlossene Sache. Die Bezirksvertretung Bonn hatte bereits vor einigen Wochen aufgrund eines Bürgerantrags dort der Einführung von Tempo 30 zugestimmt. Wie berichtet, haben Eltern und Nachbarn der dortigen Kita über die starke Belastung an Lärm und Abgasen geklagt.

 Gegen FDP, Bürger Bund Bonn (BBB) und Allianz für Bonn (AfB) beschloss der Hauptausschuss nun auch, auf der Straße Auf dem Hügel zwischen Hermann-Wandersleb-Ring und Am Propsthof Tempo 30 für ein Jahr auf Probe zu testen. Eine Temporeduzierung, wie sie der von der Stadt beauftragte Gutachter auch für einen Abschnitt der Servatiusstraße/Bernkastelerstraße in Bad Godesberg sowie für einen Teil der die Königswinterere Straße in Beuel vorgeschlagen hatte, lehnte der Ausschuss mit Mehrheit gegen die Grünen, SPD und Linken ab.

Gegen eine Temporeduzierung auf beiden letzteren Straßen hatte zuvor eine Mehrheit der jeweiligen Bezirksvertretungen Bad Godesberg und Beuel votiert. Im Planungsausschuss wiederum hatte die CDU noch neben SPD, Grünen und Linken für Tempo 30 auf der Königswinterer Straße gestimmt.

Beuels Bezirksbürgermeister und CDU-Landtagsabgeordneter Guido Déus erklärte, warum seine Fraktion im Hauptausschuss dann doch der Empfehlung der Bezirksvertretung Beuel folgte: „Entlang der Königswinterer Straße befinden sich viele Wohnviertel. Wenn wir das Tempo auf der Hauptverkehrsstraße drosseln, führt das zu Schleichverkehren in den Wohngebieten“. Grünen-Verkehrsexperte Rolf Beu kann darüber nur den Kopf schütteln: „Der Lärmaktionsplan ist eine gesamtstädtische Angelegenheit. Da geht es nicht, dass jeder Stadtteil ein eigenes Votum abgeben kann.“

Auch Grünen-Fraktionssprecher Hardy Lohmeyer zeigte sich über das Abstimmungsverhalten der CDU enttäuscht: „Hier geht es um die Gesundheit von vielen Menschen, für sie sollte es auf dem Weg der Bekämpfung der Lärmbelastung Verlässlichkeit geben.“ Die beiden neuen Tempo 30-Zonen sollen nun ein Jahr lang getestet und evaluiert werden.