Kommentar zu öffentlichen Klos: Streng nach Priorität

Kommentar zu öffentlichen Klos : Streng nach Priorität

Die Politik drückt beim Thema öffentliche Toiletten aufs Tempo: Bis zum ersten Quartal fordert sie von der Verwaltung eine klare Auflistung, welche Sanierungen und Neubauten am dringlichsten sind und welche Kosten damit verbunden sind.

Die Sanierung und der Neubau öffentlicher Toiletten ist vielen Bürgern ein wichtiges und verständliches Anliegen. Die Dokumentation des Städtischen Gebäudemanagements der bestehenden Anlagen zeigt ziemlich eindrücklich, in welch schlechtem Zustand sich manches Klosett im Stadtgebiet befindet, wenn es nicht schon stillgelegt und zurückgebaut ist.

Insgesamt will die Stadt zwei Millionen Euro in den kommenden Jahren investieren, um alles wieder auf Vordermann zu bringen. Man ahnt: Es wird zu wenig sein. Wenn alleine gut 1,1 Millionen Euro in die drei vorgeschlagenen Projekte fließen, bleiben 900.000 Euro übrig, um den Wünschen der Bezirksvertreter gerecht zu werden sowie Bestands-WCs zu ertüchtigen.

Hinzu kommt die Einschätzung des SGB, ohne zusätzliche Stellen für die Planung könne man die Umsetzung ohnehin erst mal vergessen. Deshalb erscheint der Anspruch der Bezirksvertretung Bonn, bis zum Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 alles erledigt zu haben, kaum realistisch. Die Politiker sollten in dieser Sache streng nach Priorität entscheiden.

Ganz oben dürfte der Fernbusbahnhof an der Museumsmeile liegen. Begehbare Kunststoffbehälter sind immer eine Zumutung, vor allem für Reisende, die eine lange Fahrt hinter oder vor sich haben. Die Innenstadt ist eigentlich nicht schlecht aufgestellt, wenn die neue Toilette am Remigiusplatz kommt.

Das hehre Ziel, bis 2020 mit vernünftigen Toiletten ausgestattet zu sein, würde man übrigens wunderbar flankieren, wenn es der Stadt gelänge, für Touristen Hinweisschilder aufzustellen, wo sie ihre öffentlichen Lokusse eigentlich versteckt hält. Es ist in Bonn wahrscheinlich einfacher, das Rheinufer zu finden – und das will etwas heißen. Ein deutliches Schild auf der Poststraße zum WC im Haus der Bildung oder eines auf dem Marktplatz wäre eine erste Maßnahme.

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