Initiative wirft OB Manipulation vor: Streit ums Bonner Kurfürstenbad eskaliert

Initiative wirft OB Manipulation vor : Streit ums Bonner Kurfürstenbad eskaliert

Die Initiative Kurfürstenbad wirft dem Bonner Oberbürgermeister Manipulation vor. Dieser weist die Vorwürfe zurück - und reagiert wütend.

Der Ton wird rauer: Die Bürgerinitiative "Kurfürstenbad bleibt" wirft der Stadtverwaltung vor, wissentlich überhöhte Zahlen für die Sanierung des Bad Godesberger Hallenbades in die Welt gesetzt zu haben. Die Rede ist von Manipulation und Täuschung. Oberbürgermeister Ashok Sridharan wies die Vorwürfe zurück und erklärte wütend: "Es reicht."

Die Initiative hatte am Mittwoch vor einer Woche Akteneinsicht bei der Stadt genommen und berichtete nun in einer Pressemitteilung: Im Kurzgutachten des städtischen Architektenbüros seien noch Minimalreparaturkosten des Kurfürstenbades in Höhe von rund 900.000 Euro genannt worden - ähnlich viel, wie von der Initiative selbst geschätzt. In der Folge aber seien die Kosten von der Stadt auf mehr als 1,6 und dann auf bis zu zwei Millionen Euro erhöht worden, "durch pauschale Hinzurechnungen und das Aufführen neuer, im Fachgutachten nicht aufgeführter Positionen", heißt es da.

"Mit anderen Worten: Der Oberbürgermeister verdoppelt nach Gutsherrenart die Reparaturkosten mit einem Federstrich, ohne dass konkrete nachvollziehbare Gründe dafür vorliegen", erklärte Aktivensprecher Axel Bergfeld. Im Gegenzug seien Kosten für die Traglufthalle für das Friesdorfer Freibad auf 1,1 Millionen Euro kleingerechnet worden, indem auf Nebenkosten für Bau- und Betrieb der Halle verzichtet wurde.

"Es reicht." Das war die erste Reaktion des OB am Dienstagabend auf die aus seiner Sicht völlig unangemessenen und überzogenen Vorwürfe. "Wer sich zu dieser Wortwahl entschließt, verhindert jegliche konstruktive Kommunikation", so Sridharan.

Stadt weist Vorwurf des "Kleinrechnens" zurück

Das Gutachten über die 900.000 Euro habe einige technische Positionen, um das Kurfürstenbad in einen betriebsfähigen Zustand zu versetzen, nicht berücksichtigt. Diese seien in der Folge seitens der Stadtverwaltung gewerkeweise ergänzt und mit entsprechenden Kosten hinterlegt worden. "Unter Berücksichtigung dieser notwendigen Ergänzungspositionen belaufen sich die Mindestreparaturkosten auf 1,5 bis zwei Millionen Euro und stehen damit in einem Gegensatz zu den Annahmen der Initiative für eine provisorische Inbetriebnahme des Bades", so die Stadtverwaltung.

Was ein angebliches "Kleinrechnen" der Traglufthallen-Kosten angeht, erklärt die Stadt: Zum Zeitpunkt des Beschlusses sei eine belastbare Aussage noch nicht möglich gewesen, sondern habe auf Herstellerangaben beruht. Zudem habe man darauf hingewiesen, dass die 1,1 Millionen Euro nicht die Herrichtung eines Sanitär- und Umkleidetrakts beinhalten.

Hinter den Kulissen des Kurfürstenbades

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