Fest in der Bonner Altstadt: Streit um das Bonner Kirschblütenfest

Fest in der Bonner Altstadt : Streit um das Bonner Kirschblütenfest

Anwohner und Geschäftsleute der Bonner Altstadt wehren sich gegen das neue Konzept für ein kommerzielles Kirschblütenfest. Sie bemängeln fehlende Transparenz. Doch wie ist die allgemeine Stimmung? Hier geht es zur Umfrage.

Der Widerstand gegen ein kommerzielles Kirschblütenfest ist nun zählbar: Am Dienstagabend haben Bewohner der Altstadt um Susanne Glatz und Esther Winkelmann eine Unterschriftenliste an Bezirksbürgermeister Helmut Kollig übergeben. 892 Bürger sprechen sich damit gegen das Vorhaben der Veranstalter Frauke Schröder und Torsten Ulke aus, am 23. April ein großes Fest mit Marktständen und Musik rund um Heerstraße und Breite Straße zu organisieren.

Bei der emotionalen Diskussion im Anschluss brachten die Altstadtbewohner ihren Unmut zum Ausdruck. Von „fehlender Transparenz der Veranstalter“ war ebenso die Rede wie von nur wenigen Chancen und Möglichkeiten, sich in die Gestaltung des Festes einzubringen. Den Lärm durch Tausende erwartete Gäste sprachen die Teilnehmer ebenso an wie das Müllproblem, das schon die früheren Veranstalter aus der Altstadt-Initiative beschäftigte.

Veranstaltungsanmelderin Frauke Schröder wehrte sich gegen Vorwürfe, dass die Gewerbetreibenden in der Altstadt nicht über die Kosten bei einer Beteiligung am Fest in Kenntnis gesetzt würden. „Wir informieren darüber und beantworten auch aufkommende Fragen“, sagte Schröder. Klar ist aus ihrer und Ulkes Sicht: Einen Flohmarkt, der schon mal am selben Tag lief, wird es dieses Mal nicht geben. Ulke erklärte, dafür sei es einfach zu voll. Zurzeit arbeiten die beiden an einem Veranstaltungskonzept. „Wenn uns das vorliegt, wird auch geprüft, ob ein Sicherheitskonzept nötig ist“, sagte Vizestadtsprecher Marc Hoffmann auf Anfrage.

Aussetzen des Kirschblütenfestes kommt nicht in Frage

In der Runde merkte jemand über das anstehende Fest an: „Die jetzige Planung geht an den Interessen der Bürger vorbei.“ In den vergangenen Monaten sei „einiges schiefgelaufen“, meinte Buchhändler Jürgen Repschläger, der ein Antiquariat in der Breite Straße betreibt. Er schlug vor, das Kirschblütenfest in diesem Jahr ausfallen zu lassen und die Anwohner stattdessen nach ihren Vorstellungen für das nächste Jahr zu fragen. Aus Kolligs Sicht wird sich in der Bezirksvertretung für eine solche Absage allerdings kaum eine Mehrheit finden, „zumal die Bezirksvertretung einen gültigen Beschluss gefasst hat, und die Veranstalter schon Zeit in die Planungen investiert haben“.

Wie berichtet, hat die Bonner Bezirksvertretung (BV) in ihrer Sitzung am 29. November 2016 den Antrag des Veranstalters Jürgen Harder (Brückenforum) abgelehnt, das Kirschblütenfest an zwei Tagen kommerziell zu organisieren. Ulke und Schröder wollten es gemeinsam mit ihm vermarkten. Da nur noch ein Tag übrig blieb, stieg Harder aus, weil sich eine kleine Lösung für ihn nicht rechne. Schröder meldete daraufhin ein eintägiges Fest an.

Für die Stadtverwaltung ist eine solche Anmeldung ein rein formaler Prozess. Sie nimmt die Veranstaltung auf, die Politik entscheidet anschließend über die Aufnahme ins Marktverzeichnis.

Verwaltung mit Sondierungsgesprächen beauftragt

Die BV hat die Verwaltung in ihrem November-Beschluss auch damit beauftragt, im Nachklang des diesjährigen Kirschblütenfestes mit den Anliegern Gespräche zu führen, ob sie mit einer zeitlichen und räumlichen Ausdehnung der Veranstaltung in Zukunft einverstanden wären. Das war auch ein Kritikpunkt. Aus Sicht einiger Anwohner wäre es sinnvoller gewesen, in umgekehrter Reihenfolge zu agieren und die Anwohner vor einer politischen Entscheidung zu befragen.

Schon im vergangenen Jahr hatten Schröder und Ulke die Organisation im kleineren Rahmen übernommen. Zuvor hatte die Altstadt-Initiative die Vorbereitung ehrenamtlich aus eigener Kraft gestemmt. Als immer mehr Besucher kamen, ging das nicht mehr.

Meinungen gehen auseinander

Die Meinungen der meisten Altstadt-Bewohner ist klar: Sie sind gegen das neue Konzept. Die Initiatoren hingegen stehen hinter ihren Plänen. Doch wie ist die allgemeine Stimmung in Bonn?