Straßenstrich soll ans Eros-Center

Straßenstrich soll ans Eros-Center

Nach dem Druck der Bezirksregierung und der Anlieger sind nun auch SPD und CDU für ein "Verrichtungsgelände"

Bonn. Wohin mit dem Straßenstrich? Das Thema beschäftigt am kommenden Mittwoch wieder einmal den Stadtrat. Nach jahrelangem Bürgerprotest und Ermahnungen des Regierungspräsidenten (RP), eine für Anwohner und Prostituierte befriedigende Lösung zu schaffen, zeichnet sich jetzt eine solche ab.

Nachdem die Stadtverwaltung eine achtseitige Vorlage mit fünf "Optionen" für den Straßenstrich vorgelegt hat, haben sich jetzt auch CDU und SPD - wie zuvor schon Grüne und FDP - für ein "Verrichtungsgelände" ausgesprochen. Bislang ziehen sich Frauen und Freier in Wohngebiete und auf Grundstücke von Gewerbetreibenden und der Uni in der Gerhard-Domagk-Straße zurück.

Konkret sieht die von der Ratsmehrheit favorisierte "Option 5" vor, dass die "Anbahnungszone" aber weiterhin in der Gerhard-Domagk-Straße und Am Propsthof bleiben soll. Für die "Verrichtung" will die Stadt ein Grundstück quasi um die Ecke von den Stadtwerken pachten: an der Immenburgstraße.

Doch auch diese Option ist nicht ohne Haken, warnt die Verwaltung: Da sei zum einen die Nähe zum Unternehmen Moeller, das diesen Standort schon kritisiert habe mit dem Hinweis, dass möglicherweise 100 Arbeitsplätze doch nicht nach Bonn verlagert würden.

Zudem biete ein "Verrichtungsgelände", wie es beispielsweise seit Jahren in Köln existiert, keine Gewähr dafür, dass sich die Straßenprostitution auch dorthin zurückziehe. Um die Ausweitung des Sperrbezirks auf alle anderen Stadtgebiete wird die Verwaltung daher wohl kaum herumkommen.

Und dann ist da noch - neben zu erwartender weiter anhaltender Proteste der Anlieger in der alten und neuen "Anbahnungszone" - die ungeklärte Finanzierung. Minimum 100 000 Euro würde die einfache Herrichtung mit sogenannten Boxen für die Autos der Freier und die Umzäunung des Geländes kosten.

Meinung Dazu auch der Kommentar " An den Kosten beteiligen"Hinzu kämen jährliche Kosten von bis zu 260 000 Euro für Sozialarbeit, privaten Wachdienst und Unterhaltung des Geländes. CDU-Sozialpolitikerin Ingeborg Cziudaj sagte dem GA, für die CDU käme nur eine finanzielle Minimallösung infrage. Mit Rücksicht auf die Anlieger der "Anbahnungszone" sollen die Zeiten von 20 bis 6 Uhr beibehalten werden, meint die SPD.

Klare Absagen erteilen CDU, SPD und Grüne der Option 4: "Verlagerung des Strichs an die Ecke Köln-/Schlesienstraße" - vor allem wegen der Nähe zu Buschdorf.