Friedensplatz in Bonn: Straßenkunst für den Regenwald

Friedensplatz in Bonn : Straßenkunst für den Regenwald

Rund um einen der kleinen Ahornbäume am Friedensplatz ist der Boden aufgerissen, die Passanten blicken in einen Abgrund. Darin steht der Baumstamm ganz einsam in der Wüste, und auch das scheinbar nicht mehr lange.

Ein Baufahrzeug ist schon auf dem Weg und beginnt ihn abzusägen. Mit diesem Bild der preisgekrönten 3-D-Streetart-Künstlerin Frederike Wouters macht die Bonner Tropenwaldstiftung OroVerde seit Freitag Mittag und noch am heutigen Samstag auf das Waldsterben im Regenwald aufmerksam.

Sebastian Homm hat mit seinem kleinen Sohn und seiner Frau erschrocken für ein Foto am Abgrund posiert. Die Bilder werden abends auf Facebook hochgeladen, für jedes Foto pflanzt die Stiftung gefördert von der Kreissparkasse einen Baum im Regenwald. "Die Aktion ist gut, richtig interaktiv und modern", findet Homm, "Da ist auch gleich viel mehr los als an den anderen Ständen."

Zwei Tage hat die Künstlerin Wouters an der Plane für das Kunstwerk gemalt, nun bessert sie sie ständig aus, passt sie an den Boden an und übermalt Fußabdrücke.

"Das Schwierige ist die Verzerrung", sagt sie. Das korrekte Bild sieht man erst durch die Kameralinse. Die Fotoaktion wird von der Agentur Oglivy&Mather durchgeführt, die der Stiftung den Einsatz zu ihrem 25. Jubiläum schenkt.

Den Aktionsort in der Fußgängerzone habe man bewusst ausgewählt, sagt Birthe Hesebeck von der Stiftung: "Wir wollen zeigen, dass die Bedrohung vom Konsum ausgeht." Schon kleine Änderungen im Kaufverhalten, wie der Verzicht auf Palmöl und zu viel Fleisch, könnten dem Regenwald helfen.