Ausstellung in Bonner GIZ: Sternenhimmel ist immer schwerer zu sehen

Ausstellung in Bonner GIZ : Sternenhimmel ist immer schwerer zu sehen

Die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Bonn präsentiert eine interessante Ausstellung, die sich um den Sternhimmel und die Lichtverschmutzung dreht. Bis zum 16. November sind historische Karten, Mondzeichnungen, Infotafeln und Zeichnungen von Schülern zu sehen.

Weißt du, wie viel Sterne stehen, an dem blauen Himmelszeit? Mitte des 19. Jahrhunderts fand der Astronom Friedrich Wilhelm August Argelander eine erstaunliche präzise Antwort auf diese Frage. An der Bonner Sternenwarte zählte und maß er zwischen 1852 und 1862 mit einfachsten Mitteln 325.000 Sterne am nördlichen Himmel. Aus seinen Daten entstand der weltweit erste Sternenkatalog: Die Erstellung der „Bonner Durchmusterung“ war eine Pionierleistung und ein Meilenstein für die astronomische Forschung.

Argelanders Werk ist Teil der Ausstellung „Bilder des Sternenhimmels“, zu sehen in den Räumen der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), Friedrich-Ebert-Allee 36. Entstanden ist sie in Kooperation mit dem Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn. Bis zum 16. November zeigt die Ausstellung Exponate aus der Zeit Argelanders, historische Karten, Mondzeichnungen, aber auch Infotafeln und Zeichnungen von Schülern.

„Wir gucken in den Himmel und stellen uns Fragen.“, so Doris Knoll von der GIZ. Die Sterne, Galaxien und die unendlichen Weiten des Himmels bleiben ein Mysterium, das weltweit über alle Grenzen und Altersgruppen hinweg für Staunen sorgt.

Zunehmend wird es aber immer schwieriger, beim Blick in den Nachthimmel auch wirklich etwas zu erkennen. Nach oben gelenktes künstliches Licht bringt Mensch und Natur aus dem Gleichgewicht. Dass die Ausstellung auch dieses Thema aufgreift, schlägt die Brücke zwischen Astronomie und der GIZ, deren Anliegen ein nachhaltiges Leben für alle ist. „Lichtverschmutzung ist kaum jemandem ein Begriff. Dabei gefährdet es das Wachstum der Bäume, befördert Insektensterben, und die Helligkeit eines Rund-um-die-Uhr-Tages beeinflusst auch uns Menschen“, erklärt Knoll.

Langzeitfolgen kaum erforscht

Noch sind die Langzeitfolgen kaum erforscht. Die Vereinigung der Sternenfreunde unternimmt mit der Initiative „Dark Sky“ erste Versuche der Aufklärung. Ausgestellt sind Infotafeln, die über Ursachen und Folgen von Lichtverschmutzung informieren.

Wissenschaftliche Expertise und lebenslange Leidenschaft für Sterne hat Michael Geffert in die Ausstellung eingebracht. Der Astronom forscht am Argelander-Institut der Universität Bonn und begleitete 25 Jahre lang das Schulprojekt Astronomie vor Ort: „Wenn es um Sterne geht, springen alle Kinder auf und sind begeistert. Doch wenn sie die Lehrer dann mit ihren hundert Fragen löchern, wissen diese oft keine Antworten. Dass ich dieses Wissen vermitteln konnte, hat sich dann schnell wie ein Flächenbrand rumgesprochen“, so Geffert.

Bis 2016 erklärte er vorwiegend an Grundschulen schwarze Löcher, die Milchstraße und andere Phänomene, die bei Kindern für Faszination und große Augen sorgen. In diesem Rahmen sind Bilder entstanden, bei denen die Schüler Sterne miteinander verbunden haben und uns so zeigen, was sie alles sehen, wenn ihr Blick zum Himmel geht.

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