Stau in Bonn: Thomastraße für Arbeiten an Viktoriabrücke gesperrt

Bauarbeiten in Bonn : Stadt macht Thomastraße für Brückenarbeiten dicht

Die Thomastraße wird ab Freitagabend wegen Bauarbeiten an der Viktoriabrücke für den Verkehr gesperrt. Autofahrer müssen in der Folge mit massiven Verkehrsbehinderungen rechnen. Bereits am Freitag führte die Sperrung zu Stau in der Innenstadt.

Autofahrer müssen sich in den kommenden Tagen auf massive Behinderungen nördlich der Bonner Innenstadt einstellen. Die Stadt Bonn hat an diesem Freitagabend den Abschnitt der
Thomastraße zwischen Ellerstraße und Altem Friedhof in beide Richtungen komplett gesperrt. Grund sind Arbeiten an der Viktoriabrücke, die der Stadt zufolge nicht verschoben werden können. Die Sperrung soll am kommenden Mittwoch, 11. Dezember, voraussichtlich gegen 6 Uhr wieder aufgehoben werden. Der Verkehr wird über die Bornheimer Straße und Ellerstraße in beide Richtungen umgeleitet. Die Gebäude entlang der Thomastraße vor und hinter der Baustelle sind für Anlieger weiter erreichbar. Allerdings muss sich die Sperrung offensichtlich noch herumsprechen. Am Freitagabend jedenfalls tappten zahlreiche Autofahrer, die die entsprechende Beschilderung offenbar übersehen hatten, in die Falle und mussten an der Baustelle umdrehen. Schnell entstand ein Verkehrschaos.

„Wir haben es uns mit der Entscheidung, die Thomastraße jetzt für einige Tage zu sperren, nicht leicht gemacht“, sagte Tiefbauamtsleiter Peter Esch dem GA. Natürlich wisse die Stadt Bonn um die besondere Jahreszeit, in der viele Leute wie vor allem an diesem Samstag zum Weihnachtseinkauf in die Stadt fahren wollten. Eine Alternative wäre möglicherweise gewesen, die Arbeiten in den Januar zu verschieben. Dann aber hätte man, so Esch, die nächste Sperrpause der Deutschen Bahn im Frühsommer ganz sicher nicht erreicht. Doch die Sperrpause ist unbedingt erforderlich, weil dann mit dem Abbruch der Westseite der Viktoriabrücke begonnen werden soll. Sperrpausen müssen mit der Bahn lange im Voraus vereinbart werden, erklärte der Tiefbauamtsleiter. „Wenn wir diese Sperrpause nicht erreichen, dann haben wir eine Bauverzögerung von mindestens einem halben Jahr“, sagte er. Sein Ziel sei es, die Viktoriabrücke bis Ende 2021/Anfang 2022 fertigzustellen – also zeitnah zum Baubeginn des neuen Tausendfüßlers, dem Teilstück der A 565 zwischen Endenich und Bonn-Nord.

Die Straßensperre an der Viktoriabrücke hat am Freitag zu massiven Verkehrsbehinderungen geführt. Foto: Benjamin Westhoff

Was geschieht in den nächsten Tagen und Nächten auf der Baustelle rund um die Viktoriabrücke? In der Nacht von Freitag bis Samstag wurden die letzten Teilstücke des östlichen Brückenüberbaus der Viktoriabrücke im Bereich der Thomastraße eingebaut. Aufgrund der größeren Bauteilgewichte von jeweils etwa 60 Tonnen muss der Brückenkasten in zwei Teilstücken auf Gerüsttürmen über der Thomastraße abgelegt und von einer Arbeitsplattform vor Ort verschweißt werden. Für die Arbeiten wird Esch zufolge ein 400-Tonnen-Kran auf der Thomastraße aufgebaut. Zum Einbau der Brückenträger muss außerdem der Stadtbahnverkehr mehrfach kurzzeitig unterbrochen werden. Der zweite Brückenkastenteil liegt über Gehweg und Straßenfläche und kann ohne Beeinflussung der Stadtbahn eingebaut werden.

Wenn das zwölf Meter breite Brückendeck montiert ist, wird die tragende Bewehrung auf den Fertigteilplatten verlegt, die Übergangskonstruktion eingebaut und die Brückenplatte betoniert. Anschließend werden die Fahrbahn asphaltiert und Geh- und Radweg betoniert. Er ist mit drei Metern deutlich breiter als der gegenüberliegende Geh- und Radweg und daher, so ist Esch überzeugt, für die Fußgänger und Radler angenehmer zu nutzen.

Dieses Video ist Teil einer Kooperation zwischen dem GA und dem WDR.

Im Frühsommer 2020 will der Tiefbauamtschef mit dem Neubau des östlichen Teils der Viktoriabrücke fertig sein und es in Betrieb nehmen. Dann wechseln die Arbeiter die Seiten, der Abbruch und Neubau der zweiten Brückenhälfte beginnt. Die geschätzten Kosten liegen laut Tiefbauamtschef Esch bei rund 45 Millionen Euro.

Karina Kröber vom Vorstand des Kaufleutevereins City-Marketing sieht ein, dass man in den sauren Apfel beißen und die Sperrung der Thomastraße mitten im Weihnachtsgeschäft akzeptieren müsse, wenn die Viktoriabrücke pünktlich fertiggestellt werden soll. „Wir sind der Stadt dankbar, dass die Sperrung der Thomastraße erst am Freitagabend eingerichtet wurde“, sagte sie.