Brutale Rache wegen Kündigung in Alfter: Staplerfahrer soll Chef niedergestochen haben

Brutale Rache wegen Kündigung in Alfter : Staplerfahrer soll Chef niedergestochen haben

Ein 44-Jähriger soll wegen einer Kündigung so sauer geworden sein, dass er bei seinem Arbeitgeber einbrach und seinen Chef niedergestochen haben soll. Nun steht der Staplerfahrer vor Gericht.

Zunächst hatte der Staplerfahrer nur den Plan, den Safe seines Arbeitgebers zu knacken: Denn der 44-Jährige soll mächtig sauer gewesen sein, weil sein Arbeitsvertrag im Herbst 2019 nicht mehr verlängert werden sollte. Also brach der Mann am Morgen des 13. März 2019 ins Firmengelände seines Arbeitgebers ein. Er glaubte sicher zu sein, dass er an diesem arbeitsfreien Samstag niemanden antreffen würde.

Dennoch ging er vorsichtig vor: Laut Anklage maskierte er sich, öffnete nicht das Tor zum Gelände, weil es zu laut ist, sondern stieg über den Zaun. In der ersten Etage des Bürogebäudes schließlich machte er sich ans Werk. Plötzlich jedoch stand sein Vorgesetzter vor ihm und fragte verwirrt, was er denn hier mache? Ohne zu zögern zog der maskierte 44-Jährige ein Cuttermesser und stach 15 Mal auf seinen Chef ein.

Wegen besonders schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung muss sich der Mann demnächst vor dem Bonner Landgericht verantworten, wie Gerichtssprecher Tobias Gülich auf Anfrage mitteilte. Nach Erkenntnissen der Bonner Staatsanwaltschaft hatte der überraschte Vorgesetzte, der an diesem Tag noch Unerledigtes aufarbeiten wollte, seinen Mitarbeiter trotz Maskierung an den Augen erkannt. "Ich werde dich jetzt töten, weil du mein Leben zerstört hast", soll der Angeklagte sinngemäß gedroht und ihm sofort so starke Hiebe und Stiche versetzt haben, dass das Messer mehrfach brach.

Im Kampfgeschehen war es dem 42-Jährigen Opfer noch gelungen, dem Angreifer die Waffe mit dem Fuß aus der Hand zu treten. Daraufhin soll der Angeklagte einen - ebenfalls mitgebrachten - Stock gegriffen und auf Körper und Kopf des Vorgesetzten eingeschlagen haben.

Als der 42-Jährige ihm verriet, wo sein Portemonnaie liegt, soll der Einbrecher mit den Schlägen aufgehört, das Zimmer verlassen und den Chef eingesperrt haben. Dann verschwand er vom Gelände, nachdem er noch die Geldbörse mit rund 100 Euro und Scheckkarten eingesteckt hatte. Der 42-Jährige rief über das Festnetztelefon Hilfe. Die vielen Verletzungen waren laut Anklage nicht lebensgefährlich, das Opfer musste aber operiert werden. Zwei Monate lang war der Mann arbeitsunfähig.

Der Angeklagte wurde noch am Tattag festgenommen: Der 44-Jährige soll schwerst drogenabhängig sein, ist vielfach und auch einschlägig vorbestraft. Das Landgericht Düsseldorf hatte ihn bereits im Jahr 2005 wegen versuchten schweren Raubes zu sechs Jahren Haft verurteilt. Zudem soll er bei dem eskalierten Racheplan noch unter Bewährung gestanden haben. Zu den Vorwürfen hat er sich bislang nicht geäußert.

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