Stadtratsitzung in Bonn: Tierheim soll Hälfte der Fläche verlieren - Protest!

Tierheim-Fläche soll um Hälfte schrumpfen : Tierfreunde protestieren vor Bonner Stadtratssitzung

Mit dem Neubau des sogenannten Tausendfüßlers würde das Tierheim rund die Hälfte seiner Fläche verlieren. Nun nutzten Demonstranten eine Sitzung des Bonner Stadtrats, um davor lautstark ihre Meinung dazu kundzutun.

Ungewohnte Gäste waren am Donnerstagabend im Stadthaus anzutreffen: Rund 40 Tierhalter mit ihren Hunden demonstrierten vor Beginn der Stadtratssitzung lautstark für mehr Platz im Albert-Schweitzer-Tierheim am Lambareneweg. Einige hatten mangels eigenem Haustier kurzerhand ein Plüschtier mitgebracht.

Anlass für die Demonstration ist der geplante Neubau des Tausendfüßlers, wodurch das Tierheim rund 50 Prozent seiner Fläche verlieren wird.

„Wir müssen dann unseren Hunde-Neubautrakt und die Katzen-Quarantänestation aufgeben“, erklärte Sabine Reuter, Vorstandsmitglied des Bonner Tierschutzvereins.

Sollte die Stadt Bonn dem Verein keine Ersatzflächen zur Kompensation in der Nähe zur Verfügung stellen, so werde der Verein seinen Vertrag mit der Stadt zur Versorgung von Fundtieren in Bonn kündigen, wiederholte Reuter eine Ankündigung der Vereinsvorsitzenden Barbara Töpfer vor wenigen Wochen. „Das sind immerhin rund 1300 Fundtiere im Jahr“, machte Reuter die Dimension deutlich.

Gekündigt werden müsse der Vertrag bereits zum Ende dieses Jahres. „Der Bau des neuen Tausendfüßlers soll 2021 starten, wir haben ein Jahr Kündigungsfrist, deshalb werden wir jetzt die Kündigung aussprechen.“ Eine andere Wahl habe der Verein nicht, es sei denn, die Stadt stelle doch noch einen Teil der benachbarten städtischen Kleingartenanlage zur Verfügung. Dagegen regt sich jedoch der Widerstand der Kleingärtner. „Deren Anliegen können wir natürlich verstehen, man kann aber einen Teil des Tierheims nicht an irgendeinen anderen Standort in Bonn verlegen“, betonte Reuter.

Auf Antrag der Linke beschloss der Rat einstimmig, einen runden Tisch einzurichten, an dem alle Beteiligten nach Lösungen suchen sollen. Der OB teilte mit, die Verwaltung sei ohnehin in Gesprächen mit dem Trägerverein, die auch weiter fortgeführt würden.

Schon Anfang Oktober hatten Bürger, teils begleitet von ihren tierischen Gefährten, vor und im Stadthaus für den Erhalt des Tierheims protestiert.