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Stadtbahn in Bonn: Fahrgäste kritisieren Stadtwerke für Verspätungen

Teilweise fährt nur ein Waggon : Beschwerden über Bus und Bahn in Bonn reißen nicht ab

Erneut kritisieren Fahrgäste die Stadtwerke für Verspätungen von Bahnen und Bussen in Bonn. Einzelne Stadtbahnen waren nach Unfallschäden zeitweise mit nur einem Waggon unterwegs.

Kaum ein Tag, an dem Bus- und Bahnkunden sich nicht beim GA über Verspätungen und Ausfälle im öffentlichen Nahverkehr beschweren. Ein Leser beklagt, dass eine ganze Weile die Bahnen der Linien 63 und 66 nur mit einem Waggon unterwegs waren. Dadurch seien sie vor allem im Berufsverkehr schnell proppenvoll gewesen, teilweise seien Fahrgäste nicht mitgenommen worden. Ein anderer kritisiert, an Rosenmontag und Veilchendienstag sei es zu Ausfällen und Verspätungen vor allem auf den Strecken der Linie 16 und 63 gekommen.

Es treffe zu, dass ungefähr zwei Wochen lang in Einzelfällen Stadtbahnwagen in Einzeltraktion eingesetzt worden seien, bestätigte Stadtwerke-Sprecher Michael Henseler auf GA-Nachfrage. Grund hierfür sei ein kurzfristiger Anstieg von Instandsetzungsarbeiten nach Unfällen mit Sachschäden gewesen. Wenn Stadtbahnen in Unfälle verwickelt seien, brauche die Schadensbehebung länger, als wenn beispielsweise Busse repariert werden müssen. „Die betroffenen Bahnen werden dann außer Betrieb genommen und erst wieder eingesetzt, wenn sie repariert und als betriebstauglich getestet wurden.“

Betrieblich sei darauf geachtet worden, nur Kurse in Einzeltraktion zu fahren, bei denen die Taktdichte sehr hoch sei und alternative Linien den gleichen Linienweg fahren würden. „Von daher sind vornehmlich Fahrten auf der Linie 63 (Alternative Linie 16) in Einzeltraktion gefahren worden. In einer Ausnahme war auch eine Fahrt der Linie 66 betroffen.“ Die Alternative zu einer Fahrt in Einzeltraktion sei der Ausfall eines kompletten Kurses. „Das wollten wir unbedingt vermeiden.“ Alle betroffenen Bahnen seien inzwischen repariert und wieder im Einsatz, versicherte Henseler.

16 Fahrer krank an Karneval

Zur Kritik über die Verspätungen und Ausfälle vor allem bei den Bahnlinien an den beiden Karnevalstagen hieß es von den Stadtwerken, dass gleich 16 Fahrer – insgesamt sind inzwischen 750 Fahrerinnen und Fahrer bei den SWB beschäftigt – sich an Rosenmontag und Veilchendienstag krank gemeldet hätten. „Dies konnte durch die Reserven nicht gänzlich kompensiert werden“, entschuldigte sich Henselers Kollegin Veronika John im Namen der SWB für die neuerlichen Missstände bei Bus und Bahn.

Anja Wenmakers, Geschäftsführerin der SWB Bus und Bahn, verwies außerdem auf die besonderen Vorkommnisse an Rosenmontag. Vor allem an dem Tag, so erklärte sie, sei es durch das sehr hohe Fahrgastaufkommen und verschiedene Polizeieinsätze auf der Strecke zwischen Bonn und Köln zu größeren Verspätungen gekommen. Wie berichtet, war an Rosenmontag am Nachmittag in Köln am Barbarossaplatz eine 20-Jährige unter eine ausfahrende Stadtbahn geraten und tödlich verunglückt. Der Unfall hatte weitreichende Folgen auf den gesamten Stadtbahnverkehr auch zwischen Köln und Bonn.