Bombenfund in Geislar: Stadt wurde erst nach zwei Stunden über Bombe informiert

Bombenfund in Geislar : Stadt wurde erst nach zwei Stunden über Bombe informiert

Die Leitstelle des Stadtordnungsdienstes ist erst zwei Stunden nach der Deutschen Bahn und der Polizei über den Bombenfund an der S-Bahnlinie 13 informiert worden. Viele Menschen mussten stundenlang warten, bis sie wussten, ob sie evakuiert werden.

Am vergangenen Freitag war von den Anwohnern in Geislar, Vilich-Müldorf und Vilich viel Geduld gefragt. Denn erst nach stundenlanger Ungewissheit war gegen 17.30 Uhr klar, welche Haushalte in den drei Stadtteilen wegen der Entschärfung evakuiert werden mussten. Die Information, dass bei den Bauarbeiten zur neuen Strecke der S-Bahnlinie 13 eine Bombe gefunden worden war, hatten die Deutsche Bahn und die Bonner Polizei allerdings schon um 10.45 Uhr erhalten. „Unser erster Wagen war um 11.07 Uhr da, die Bahnstrecke wurde um 11.28 Uhr gesperrt“, sagt Polizeisprecher Simon Rott.

Kurios: Die Stadt wusste zu diesem Zeitpunkt offiziell längst noch nichts von der Bombe. „Die Leitstelle des Stadtordnungsdienstes wurde um 12.52 Uhr über den Fund informiert“, teilt Stefanie Zießnitz vom städtischen Presseamt mit – folglich mehr als zwei Stunden nach Mitteilung an die Deutsche Bahn und die Polizei.

Gegen 13.30 Uhr koordinierte die Einsatzleitung des Stadtordnungsdienstes dann am Fundort den Informationsaustausch und die Lageeinschätzung mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst, der Polizei, der Bundespolizei und der Feuerwehr. Neben der Einrichtung einer Betreuungsstelle in der Beueler Realschule ging es ab diesem Zeitpunkt vorrangig darum, einen Evakuierungsradius zu ermitteln.

Wie berichtet, entschieden sich die städtischen Vertreter nach Rücksprache mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst zu einer kompletten Evakuierung aller Häuser in einem Umkreis von 500 Metern zum Fundort sowie einer Pufferzone von weiteren 200 Metern, in der sich Bewohner in Räumen aufhalten sollten, die von der Bombe abgewandt waren. „Die Unterscheidung des Bereichs, der evakuiert werden musste, und des sogenannten Luftpuffers nahm einige Zeit in Anspruch“, sagt Zießnitz dazu.

Ein weiteres Problem: Bedingt durch das hohe Verkehrsaufkommen am Freitagnachmittag habe die Anfahrt der notwendigen Einsatzkräfte des Stadtordnungsdienstes länger gedauert. „Viele wurden aus der dienstfreien Zeit mobilisiert und hatten längere Anfahrtswege“, erklärt Zießnitz. Die Liste der Häuser, die evakuiert werden mussten, habe dann gegen 17.30 Uhr vorgelegen. Die Evakuierung dieser Häuser habe gegen 18.40 Uhr begonnen.

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