Bauprojekte in Bonn: Stadt sucht Spitzenmanager für Gebäudemanagement

Bauprojekte in Bonn : Stadt sucht Spitzenmanager für Gebäudemanagement

Ein gut bezahlter Fachmann soll das Städtische Gebäudemanagement (SGB) aus der Krise führen. Der zuständige Betriebsausschuss hat jetzt dafür grünes Licht gegeben.

Keine Doppelspitze, wie es eine Arbeitsgruppe vorgeschlagen hatte, sondern ein hauptamtlicher Betriebsleiter soll künftig das Städtische Gebäudemanagement (SGB) leiten. Das hat am Dienstag der zuständige Betriebsausschuss mit Mehrheit der Ratskoalition aus CDU, FDP und Grünen beschlossen. Einzelheiten zu den mutmaßlichen Konditionen für die künftige Führungskraft enthält die Entscheidung zwar nicht, doch skizzierte Stadtdirektor Wolfgang Fuchs offenherzig, in welches Gehaltsgefüge sich die Verwaltung bei anstehenden Verhandlungen zu bewegen gedenkt: Mit einer jährlichen Vergütung von 120.000 Euro, also etwa einem Beigeordnetengehalt entsprechend, werde man in diesem Fall nicht auskommen. Nach GA-Informationen soll sich das Gehalt an jenem der Stadtwerke-Geschäftsführer orientieren, das bei knapp 250.000 Euro liegt.

Seine Einschätzung trug Fuchs ausdrücklich vor dem Hintergrund der Fehlschläge vor, welche die Stadtverwaltung beim Versuch der Neubesetzung der SGB-Führung bereits hinnehmen musste: Vier aussichtsreiche Kandidaten sprangen vor der Unterschrift wieder ab. Richten soll es nun ein Geschäftsführer mit kaufmännischem und technischem Sachverstand, mit dem man einen für die freie Wirtschaft üblichen Fünf-Jahres-Vertrag schließen wolle. Nimmt man die Sitzung von Dienstagabend als Sensor, so hat Marion Duisberg gute Chancen, der SGB-Führung weiterhin als stellvertretende Chefin anzugehören. Seit einigen Jahren leitet sie das SGB kommissarisch, wofür sie von Fuchs ein ausdrückliches Lob erhielt. Man hoffe, dass sie dem SGB erhalten bleibt.

Fuchs lobt Gebäudemanagement

Und auch das gesamte Gebäudemanagement nahm er gegen Kritik in Schutz: Dass das SGB seine Projekte zu 90 Prozent kosten- und fristgerecht abschließe, werde in der Öffentlichkeit weniger zur Kenntnis genommen als prominente Problembaustellen wie die Beethovenhalle. Neben der Besetzung der SGB-Führung enthält das verabschiedete Organisationskonzept eine Reihe von Maßgaben, die in dem Eigenbetrieb künftig Standard sein sollen – von einer einheitlichen Gebäudesoftware über die Festlegung von Standards für Bauen und Planen bis hin zur Ausdehnung der Reinigungskontrolle.

Dass dennoch längst nicht jedes Ausschussmitglied für das Konzept stimmte, hatte mehrere Gründe. Die SPD sah sich offenbar brüskiert und enthielt sich, weil die Verwaltung einen Beschlussvorschlag formuliert hatte, der sich mit dem Entwurf der Ratskoalition deckte. Gieslint Grenz meldete zudem „Magengrimmen“ angesichts des weit übertariflichen Geschäftsführervertrags an. „Das hatten wir doch schon mal“, sagte sie – und mag dabei, ohne dass sie dies aussprach, an den ehemaligen SGB-Manager Friedhelm Naujoks gedacht haben. Nach Ansicht des Bürger Bundes kann ohnehin nur eine Re-Integration des Eigenbetriebs SGB in die Verwaltung die Abteilung wieder auf den rechten Weg führen. „Das Ding ist nicht zu retten“, sagte Marcel Schmitt. Mit der Ansicht aber stand er allein.

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