Anhaltendes Tiersterben: Stadt soll Weiherpaten in Bonner Rheinaue engagieren

Anhaltendes Tiersterben : Stadt soll Weiherpaten in Bonner Rheinaue engagieren

Erneut beschäftigt das Tiersterben im Bonner Rheinauensee die Kommunalpolitik. Der Antrag einer Bürgerin zu der Problematik beeindruckte die Mitglieder des Ausschusses für Bürgerbeteiligung.

Das Tiersterben im Rheinauensee beschäftigt nun auch erneut die Bonner Kommunalpolitik. Eine Bürgerin hatte zu der ganzen Problematik am Donnerstagabend einen Bürgerantrag an den Ausschuss für Bürgerbeteiligung gestellt und die Mitglieder mit großer Sachkenntnis beeindruckt.

So ist die Bürgerin überzeugt, dass man schneller und mit deutlich geringerem Aufwand als vorgesehen die Situation des Rheinauensees wesentlich verbessern könnte. Die Stadt Bonn will den See über einen längeren Zeitraum über alle Jahreszeiten hinweg beobachten, bevor über eine Sanierungsmaßnahme entschieden wird. Diese Analysen hätten begonnen, berichtete eine Mitarbeiterin der Verwaltung. Es handle sich um ein komplexes und sensibles Ökosystem, das keine "Schnellschüsse" vertrage. Sie bat die Ausschussmitglieder um Geduld und kündigte für das Frühjahr nähere Details an.

Angesichts des anhaltenden Tiersterbens in der Rheinaue sehen aber auch die Politiker einen schnelleren Handlungsbedarf. Allein im vergangenen heißen Sommer musste die Stadt Bonn Hunderte tote Fische und Vögel aus dem See und den Grünflächen drum herum einsammeln. Im Dezember waren zudem drei tote Schwäne gefunden worden. Verantwortlich für das Tiersterben macht die Verwaltung das Nervengift Botulinumtoxin, das aufgrund von Sauerstoffmangel im Wasser entsteht.

Das von der Stadt verhängte Fütterungsverbot wird nach Meinung der Antragstellerin am Botulismusproblem nichts ändern. "Ich vermisse ein Problembewusstsein bei der Stadt", sagte sie, "wenn jetzt nichts geschieht, werden die Vögel weiterhin elend verenden". Vielmehr müsse unter anderem dringend der Faulschlamm in den seichten Ecken des Sees ausgebaggert und wieder Schilf rund um den See angepflanzt werden. Auch schlug sie vor, die Stadt solle nach dem Kölner Vorbild ehrenamtliche Weiherpaten engagieren.

"Wir sind sehr dankbar für Ihren kompetenten und engagierten Vortrag", sagte Nikolaus Kircher (CDU). Auch Martin Schulz (SPD) und Guido Pfeiffer (Grüne) lobten den Bürgerantrag. "Die Idee mit den Weiherpaten halte ich für sehr gut", sagte Pfeiffer. Georg Schäfer (CDU) wies darauf hin, das Hauptproblem sei, dass der künstlich angelegte See keinen natürlichen Zu- und Ablauf habe. Einmütig verwies der Ausschuss den Antrag an den Umweltausschuss. Die Verwaltung solle bis dahin Vorschläge unterbreiten, wie man Weiherpaten gewinnen könne.

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