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Südüberbauung in Bonn: Stadt sieht Projekt als "gescheitert" an

Südüberbauung in Bonn : Stadt sieht Projekt als "gescheitert" an

Zwei Nachrichten über die Zukunft des Bonner Bahnhofvorplatzes gibt es von der Stadt. Während die Verwaltung die Verhandlungen über Abriss und Neubau der Südüberbauung als "gescheitert" ansieht, erwartet sie voraussichtlich zur Jahresmitte - "bei störungsfreiem weiterem Verlauf" - einen Vertragsabschluss mit einem der fünf Investoren für das Nordfeld gegenüber dem Hauptbahnhof.

Wie berichtet, muss die Verwaltung einen fünften Interessenten für die Areale zwischen Bonner Loch und Thomas-Mann-Straße sowie an der Rabinstraße ins Vergabeverfahren aufnehmen, nachdem sich dieser eingeklagt hatte. Das führte zu deutlichen Zeitverzögerungen. Nun müsse man mit diesem Investor, die Ten Brinke Group, die Verfahrensschritte nachholen, die die anderen Bewerber bis zur Einreichung ihrer verbindlichen Gebote bereits getätigt haben, teilte die Stadt mit. Voraussichtlich Ende des ersten Quartals könne die "entscheidungsvorbereitende Befassung mit allen Bewerbungen" erfolgen. Das bedeutet, dass dann auch die erneute beziehungsweise erweiterte Information der Bürger erfolgen kann. Auch der Städtebau- und Gestaltungsbeirat werde sich dann wieder mit den Projekten befassen. Danach erfolgen Juryentscheidung und die Beschlussfassung in den Fachgremien und im Stadtrat.

Eine Entscheidung der Eigentümergemeinschaft der Südüberbauung über die weitere Zukunft ihres Teileigentums ist laut Stadt bisher nicht gefallen. "Eine belastbare Ansprache eines eventuellen Nachfolgers oder neuen Interessenten am Erwerb der Einheiten in der Südüberbauung liegt der mit dem Verkauf der städtischen Flächen betrauten Liegenschaftsverwaltung nicht vor. Es ist daher zunächst davon auszugehen, dass der Verkauf der Teileigentumseinheiten gescheitert ist", heißt es aus dem Stadthaus. Wie berichtet, ist der frühere Investor Roger Sevenheck aus dem Projekt ausgestiegen.

Eigentümer bestätigen gegenüber dem GA die Einschätzung der Stadt. Investor Albert Ten Brinke hatte den 42 Eigentümern zu Weihnachten zwar einen Gruß gesendet mit dem Hinweis, dass ein möglicher Ankermieter für das geplante "Maximilian Center" noch nicht unterschrieben habe, der Abschluss aber kurz bevorstehe. "Aber das hat er ein Jahr zuvor auch schon geschrieben", so ein Eigentümer. "Ich denke, es geht nur noch darum, sich alle Optionen offen zu halten. Das Projekt, die Südüberbauung abzureißen und neu zu bauen, ist tot." Derweil zeichnet sich ab, dass ein Teil der Eigentümer gerne in eine neue Fassade und einen Um- und Ausbau investieren würde. "Wenn man den Innenhof überbauen und eine freundliche Fassade schaffen würde, wäre der Bau doch ganz ansehnlich", sagte einer.