Kommentar zum Weihnachtsmarkt: Stadt muss Anreize für Nachhaltigkeit schaffen

Kommentar zum Weihnachtsmarkt : Stadt muss Anreize für Nachhaltigkeit schaffen

Standbetreiber auf dem Bonner Weihnachtsmarkt, die auf Nachhaltigkeit achten, zahlen weniger Gebühren. Das ist ein guter Ansatz, findet GA-Redakteurin Lisa Inhoffen.

Die traurigen Bilder von dem vor wenigen Tagen an der schottischen Küste verendeten Pottwal, der 100 Kilogramm Plastikmüll im Magen hatte, haben viele sicher noch vor Augen. Unbeeindruckt davon produzieren wir weiterhin Plastikmüll, sei es beim Einkauf von abgepackten Lebensmitteln wie Wurst- und Käsewaren,  bei den Getränken zum Mitnehmen wie dem berühmten Coffee-to-go oder bei den  Pommes mit Currywurst auf dem Weihnachtsmarkt, die oftmals in Plastikschälchen serviert werden. Ein Verbot von Plastik- oder Pappgeschirr hat die Stadt Bonn für die Weihnachts- und Adventsmärkte in der Bundesstadt indes (noch) nicht erlassen, sie setzt auf wachsendes Umweltbewusstsein der Standbetreiber und belohnt sie dafür mit niedrigeren Standgebühren. Das ist ein guter, da positiver Ansatz, anstatt einfach nur Verbote zu erlassen. Viele Standbetreiber machen bereits mit, aber leider sind es noch zu wenige.   Bis zu 800 Kilogramm Müll in einer Schicht täglich fegen die Mitarbeiter von Bonnorange allein auf dem Bonner Weihnachtsmarkt zusammen. Eine traurige Bilanz.

Dabei sind die Argumente der Standbetreiber, die nicht auf Plastik verzichten wollen, überhaupt nicht überzeugend:  Wieso müssen die gebrannten Mandeln in Plastiktüten verpackt sein, wenn es auch anders geht? Wenn die meisten Glühweinstände auf dem Bonner Weihnachtsmarkt inzwischen ihre Getränke sehr vorbildlich in Pfandtassen und  -gläsern  anbieten, warum können dann nicht auch die Pommes auf Pfandtellern gereicht werden?

Vielleicht muss die Stadtverwaltung noch mehr Anreize schaffen, dass es an den Buden und Ständen künftig umweltfreundlicher zugeht. Bei den Plastiktüten ist jedenfalls ein Bewusstseinswandel gelungen: Das Gros der Kunden hat heute beim Einkauf jedenfalls einen eigenen Beutel dabei.