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19 Ehrenamtskarten an engagierte Bonner: Stadt dankt freiwilligen Helfern

19 Ehrenamtskarten an engagierte Bonner : Stadt dankt freiwilligen Helfern

"Ohne Ihr freiwilliges Engagement wäre unsere Stadt um einiges kälter und ärmer", sagte Oberbürgermeister Ashok Sridharan, als er im Alten Rathaus 19 Ehrenamtskarten an engagierte Bonner überreichte.

Außerdem bedankte er sich mit Blumensträußen bei den Schiedspersonen. Am geplanten Übergabetermin, dem Tag des internationalen Ehrenamts am 5. Dezember, war Sridharan beim Weltklimagipfel in Paris. Deshalb war die Ehrung verschoben worden.

"Ich bin hier wahrscheinlich die Älteste", sagte Gisela Meininghaus als sie auf die Bühne kam, um sich ihre Ehrenamtskarte abzuholen. Die 88-Jährige aus Dottendorf arbeitet seit zehn Jahren ehrenamtlich im Bücherkeller der Friedenskirche in Kessenich. Dort werden Bücherspenden gesammelt und verkauft. Der Erlös kommt dann der Gemeinde oder sozialen Zwecken zugute. Nach Ende ihrer Berufstätigkeit wollte sich Meininghaus "irgendwie engagieren. Und nun habe ich großen Spaß dabei, jeden Mittwoch im Bücherkeller zu arbeiten, den ich mit einem netten Team zusammen aufgebaut habe."

Mit viel Freude ist auch Ali Hojati Ehrenamtlicher. "Fußball ist meine Leidenschaft. Und dann auch noch mit Kindern zusammenarbeiten zu können, macht die Arbeit für mich perfekt", sagte der Bad Godesberger. Hojati trainiert seit 2010 eine Junioren-Fußballmannschaft des SC Fortuna Bonn. In seinem Team spielen 18 Kinder aus 13 verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichem sozialem Hintergrund. Den besonderen Wert seiner Tätigkeit sieht der 38-Jährige deshalb in der Integration: "Der Fußball bringt sie alle zusammen." Doch das Engagement fordert viel Zeit. Bei dreimal Training die Woche und Turnieren am Samstag ist der Service-Manager auf einen verständnisvollen Arbeitgeber angewiesen. "Und auf einen verständnisvollen Ehepartner", schmunzelt Hojati.

Annelies Ewald arbeitete vor ihrer Rente in einem Schreibtischjob. "Danach wollte ich nicht einfach nur zu Hause auf die Möbel aufpassen", sagte die 71-Jährige. Seit elf Jahren engagiert sich die Beuelerin beim Weißen Ring. Sie fährt zu Opfern von Straftaten, spricht mit ihnen, gibt Tipps, an wen sie sich wenden können, und begleitet sie weiterhin, zum Beispiel zu Gericht. Anschließend muss ein Bericht angefertigt werden. Darauf beschränke sich aber der bürokratische Aufwand. Und das Wichtigste sei sowieso: "Menschen in einer solchen Notlage zu helfen, macht mir große Freude."

Für den Einsatz von Menschen wie Meininghaus, Ewald und Hojati möchte sich die Stadt mit der Ehrenamtskarte bedanken. Seit sechs Jahren werden auf diese Weise Bonner geehrt, die sich mindestens zwei Jahre und nicht weniger als fünf Stunden pro Woche ohne Vergütung engagiert haben. Mit der Karte bekommen sie dann Vergünstigungen zum Beispiel in Museen, Kinos oder im Theater.