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Sechs Bonner Vorbilder: Stadt Bonn startet neue Klimaschutz-Kampagne

Sechs Bonner Vorbilder : Stadt Bonn startet neue Klimaschutz-Kampagne

Bei einer neue Klimaschutzkampagne der Stadt stellen sechs Bonner ihre persönlichen Umweltprojekte vor. Dabei wird klar: Es fängt im Kleinen an.

Lastenräder, Müllvermeidung, energieeffizientes Wohnen und Urban Gardening: Diese Projekte stehen für die neue Klimaschutzkampagne der Stadt Bonn, die die Leitstelle Klimaschutz am Montagnachmittag im Stadthaus vorgestellt hat.

Mit der möchte die Stadt „das in Bonn vorhandene Engagement sichtbar machen“, wie Kampagnenmanagerin Marion Wilde erklärte, und so viele andere dazu motivieren, einen persönlichen Beitrag zu einem umweltfreundlichen Leben zu leisten.

Die Aktion, die unter dem Motto „Neu denken. Einfach handeln. Gemeinsam fürs Klima.“ steht, soll jedoch nicht so wirken, als erhebe die Stadt Bonn den „moralischen Zeigefinger“. Sie setze auf „den persönlichen Mehrwert, den klimafreundliches Handeln für jede und jeden mit sich bringt“, hieß es bei der Vorstellung der Ideen.

Klimaschutz ist häufig einfacher als gedacht

So hat die Bonner Leitstelle für Klimaschutz sechs Gesichter ausgesucht, die Wilde vorstellte: Paul Kurz, begeisterter Lastenradfahrer und klimaaktiv durch seine Mitarbeit am Projekt Velowerft, bei dem acht Lastenräder gebaut und verliehen werden; Imke Feist und Miriam Brink, die das Urban-Gardening-Projekt Stadtfrüchtchen ins Leben gerufen haben; Maria, eine junge Frau, die Plastik und Müll vermeiden möchte, und das Ehepaar Corina und Gunnar Zander, das beim Umbau einer geerbten Immobilie in Pützchen vor allem auf die energetische Sanierung Wert gelegt ha

Wilde betonte, dass die Auswahl der engagierten Bonner als Protagonisten der Aktion dazu diene, den Bürgern zu zeigen, dass Klimaschutz häufig einfacher ist als gedacht. „Niemand kann und muss alles immer direkt und heute richtig machen“, so Wilde. Es gehe eher darum zu zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, sich klimafreundlich zu verhalten.

Auch Ute Zolondek, Leiterin des Amtes für Umwelt, Verbraucherschutz und lokale Agenda, machte deutlich, dass man „einfach mal anfangen“ müsse. Corina Zander bestätigte, dass sich weitere Schritte oft von selbst ergäben und meinte, dass sie sich von der Sanierung ihres Hauses ausgehend, mit dem Klimaschutz in anderen Bereichen befasst habe.

Energiesparen "war der Primärgedanke"

Nun benutze sie zum Beispiel wiederverwendbare Netze beim Obst- und Gemüseeinkauf und wolle der AG Nachhaltigkeit ihrer Firma von ihren Aktionen berichten. Bei der Sanierung des Mehrfamilienhauses, in dem die Zanders selbst leben, Wohnungen aber auch vermieten, „war das Energiesparen Primärgedanke“, so Gunnar Zander. „Wir haben uns das Know-how aber auch bei Experten eingeholt“, fügte er hinzu.

Nach einer kostenfreien Beratung bei der Bonner Energie Agentur konnte etwa eine effiziente Holzpellet-Heizung eingebaut werden. „Wenn jetzt Heizungsnachschub geliefert wird, riecht es nicht mehr wie früher nach Öl, sondern nach Wald und Sauna“, beschrieb das Ehepaar den Fortschritt in allen Bereichen: beim Energiesparen und auch bei der Gemütlichkeit.

Die Geschichte der Zanders kann man ebenso wie die der übrigen Klimaaktiven auf der Internetseite der Kampagne nachlesen. Außerdem sind dort Tipps zur Umsetzung ähnlicher Projekte aufgeführt, womit die eigentliche Klimaschutzkampagne ergänzt wird. Diese erstreckt sich über einen Zeitraum von zwei Wochen ab dem 28. Mai, in dem die Plakate der Akteure auf Werbetafeln in der Stadt zu sehen sind.

Teil des Ganzen ist außerdem ein Fotostand bei Veranstaltungen. Dort kann sich jeder fotografieren lassen, der eine Idee für aktiven Umweltschutz hat. Dass auch die Stadt ihren Beitrag leiste, erklärte Umweltdezernent Helmut Wiesner. Er nannte die Installation von Photovoltaikanlagen auf Dächern städtischer Gebäude, die Planung von Radschnellwegen und die Arbeit an einer Verbesserung des Nahverkehrs.

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