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Projekt auf dem Venusberg: Stadt Bonn baut das Haus der Natur um

Projekt auf dem Venusberg : Stadt Bonn baut das Haus der Natur um

Das Ensemble an der Waldau wird zum Informationszentrum. Die Stadt Bonn investiert gemeinsam mit dem Bund 1,45 Millionen Euro. Die Eröffnung ist Ende 2018 geplant.

Das Haus der Natur auf der Waldau steckt mitten in seinem Schönheitsschlaf. Von außen ist nichts zu sehen, innen verändert sich aber schon einiges. Seit Februar wurde die Ausstellung auf der ersten Etage abgebaut, alles gut verpackt und andernorts gelagert. Der Bienenschwarm aus dem Schaukasten hat bei einem Imker der Universität ein neues Zuhause bekommen. Gerade mal ein paar Tage ist es her, dass eine neue Wand das Waldinformationszentrum von dem noch leerstehenden Restaurant trennt. Insbesondere Kinder können sich jetzt schon auf die Wiedereröffnung Ende 2018 freuen, denn dann steht das Erleben und Mitmachen mit allen Sinnen an erster Stelle.

Und so soll das ungefähr ablaufen: Eine kleine Forschergruppe strömt in den Wald aus und sammelt dort Bodenproben. Die bringen die Mädchen und Jungen dann mit zum Haus der Natur, wo sie alles im Labor genau untersuchen können. Ein Team um Stadtförster Sebastian Korintenberg, zu dem auch Naturschutzeinrichtungen und das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig gehören, hat sich ein Ausstellungskonzept überlegt, das das von der Stadt beauftragte Büro „Museumsreif!“ nun umsetzen soll. Zu viel will David Baier vom Amt für Stadtgrün noch gar nicht verraten. Nur soviel: Einige Waldtiere, die Kinder kürzlich bei einem Malwettbewerb entworfen hatten, werden in der Ausstellung auftauchen und die Besucher leiten – und dabei viel über sich und ihren Lebensraum erzählen.

Die Stadt bleibt 20 Jahre lang Mieter

Der Um- und Ausbau des Fachwerkhauses wird 1,45 Millionen Euro kosten. Der Bund steuert 90 Prozent zu, sodass der Anteil der Stadt bei etwa 145 000 Euro liegt. Einzige Bedingung ist, dass die Stadt mindestens 20 Jahre lang Mieter ist – und damit ein nachhaltiges Projekt der Umwelterziehung umsetzt. Sponsoren sorgen schon jetzt dafür, dass noch Besonderheiten angeboten werden können. Für die Besucher ist die größte Änderung, dass der Eingang später an der Längsseite des Hauses liegen wird, praktisch gegenüber dem Spielplatzzugang. Dort öffnet sich ein großes Foyer mit Treppe und Aufzug nach oben. Auch eine Toilette, die zu den Öffnungszeiten des Hauses der Natur benutzt werden kann, wird es geben – kostenlos, wie es auch der Eintritt ist. Das Haus wird außerdem erstmals barrierefrei ausgebaut.

Das Haus der Natur

Auf der ersten Etage können dann kleine und große Naturforscher experimentieren. Fehlt nur noch das Licht, denn unter dem Giebel ist es jetzt noch richtig dunkel. „Die Gefache in dem Seminarraum werden noch herausgenommen und verglast“, verspricht Projektkoordinator Udo Becker vom Amt für Stadtgrün. Den Blick auf den Wald gibt es zum Tageslicht so gratis dazu. Ein zweiter, kleiner Seminarraum ist ebenfalls in Planung, wo zum Beispiel der Hegering tagen könnte.

Die Bienenkästen kommen zurück

Natürlich wieder rund um den Wald wird sich die neue Dauerausstellung drehen: Wie wurde er früher bewirtschaftet, wie heute? Bewährtes bleibt: „Die Biene ist gesetzt“, sagt Baier. Der Wabenkasten käme auf jeden Fall zurück. Ein Zugpferd sollen die Wechselausstellungen im Erdgeschoss werden, an der sich auch Institutionen und Schulen beteiligen können und sollen. Da kann es sich thematisch mal um den Großstadtwald, das Klima oder Altpapier drehen. „Hier wollen wir flexibel sein.“ Nicht zu vergessen ist der von Heinz-Günter Radermacher mit Herzblut gepflegte Bauerngarten, der sich bis zum neuen Eingang hin vergrößern wird.

Während das Haus der Natur sich also langsam mausert und die Stelle für die Leitung bald ausgeschrieben wird, steht das Restaurant nebenan weiterhin leer. Nach Auskunft der Brüder Heinz-Egon und Rainer Abels, die das Lokal gekauft haben, gibt es Kontakt zu mehrere Interessenten. Sie können sich allerdings noch nicht auf einen Termin für die Neueröffnung festlegen – auch weil der vom Konzept des Lokals abhänge. „Wir möchten in der Waldau eine Gastronomie etablieren, die dauerhaft Bestand hat“, sagen die beiden.