Finanzskandal: Staatsanwaltschaft prüft Vorgänge am Bonner Münster

Finanzskandal : Staatsanwaltschaft prüft Vorgänge am Bonner Münster

Die Bonner Staatsanwaltschaft hat noch kein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Stadtdechanten Wilfried Schumacher eingeleitet. Sie befinden sich nach eigener Aussage noch in der Vorprüfung der Vorgänge rund um das Bonner Münster.

Im Zuge der finanziellen Unregelmäßigkeiten innerhalb der Münsterpfarre hat die Bonner Staatsanwaltschaft weiterhin kein Ermittlungsverfahren gegen den zurückgetretenen früheren Stadtdechanten Wilfried Schumacher oder andere Beteiligte eingeleitet. Somit gelten sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht als Beschuldigte. „Wir befinden uns in einer Phase der Vorprüfung“, teilte ein Sprecher der Behörde am Dienstag auf GA-Anfrage mit. Inwieweit diese Phase zeitlich absehbar ist, lasse sich nicht einschätzen.

Wie berichtet, hatte Stadtdechant Wilfried Schumacher am vergangenen Freitag auf Druck des Erzbistums alle Ämter niedergelegt. Die Kirchenleitung macht es ihm zum Vorwurf, dass zwischen 2009 und 2014 unter seiner Aufsicht Gelder in unzulässiger Weise in den laufenden Betrieb umgeschichtet worden sind und auf diese Weise das komplette Substanzvermögen von rund zwei Millionen Euro verloren ging. Die Bücher für die Jahre nach 2014 werden derzeit von der Innenrevision des Erzbistums geprüft. Das Generalvikariat hatte keine Strafanzeige gestellt.

Mit der Neuordnung der Finanzen der Münster-Gemeinde ist nun bis auf weiteres Pfarrer Alfons Adelkamp als Pfarrverweser betraut. Die Aufgabe des Stadtdechanten übernimmt Pfarrer Bernd Kemmerling kommissarisch.