Autofahrer ignorieren Absperrbaken: Sperrung am Cityring sorgt für Verkehrschaos in Bonn

Autofahrer ignorieren Absperrbaken : Sperrung am Cityring sorgt für Verkehrschaos in Bonn

Am Nachmittag hat die Stadt Bonn die Maximilianstraße in Richtung Hauptbahnhof für den Verkehr gesperrt. Doch längst nicht alle Autofahrer hielten sich an das Abbiegeverbot. Die Stadt will bei der Beschilderung nachbessern.

Die Stadt Bonn hat am Dienstag mehrere einschneidende Veränderungen am Cityring in der Bonner Innenstadt umgesetzt. Seit dem frühen Nachmittag ist der Cityring an der Maximilianstraße in Richtung Norden für den Autoverkehr gekappt, am Belderberg ist für Autofahrer in Richtung Bertha-von-Suttner-Platz ein Linksabbieger in Kraft gesetzt. Anlieger, Baustellenfahrzeuge, Taxen und Radfahrer können ab dem Verteilerkreis am alten Friedhof nun in der Rabinstraße bis zur Thomas-Mann- Straße, wo eine Linksabbieger-Ampel den Verkehr regelt, oder bis vor den Hauptbahnhof fahren.

Die Maßnahmen stehen in engem Zusammenhang der Großbaustellen für das Maximilian-Center auf dem Grundstück der einstigen Südüberbauung und für die geplanten Neubauten auf dem Nordfeld sowie gegenüber auf dem einstigen Busparkplatz entlang der DB-Gleise, wo ein Parkhaus entstehen soll.

Punkt 14.50 Uhr ging es am Bonner Busbahnhof für die Autofahrer aus Richtung Wesselstraße kommend nicht mehr rechts, sondern nur noch links herum.

Schnell war das Chaos perfekt. Denn so mancher Autofahrer tat sich schwer mit der neuen Verkehrsführung, die nun für den Individualverkehr von der Wesselstraße aus über die Maximilianstraße in Richtung Kaiserplatz und Kaiserstraße führt. Nicht wenige ignorierten das Durchfahrtsverbotsschild samt Absperrbaken an der Maximilianstraße in Richtung Hauptbahnhof und gaben sogar noch Gas, um offensichtlich schnell die Verbotszone passieren zu können. Andere Autofahrer, die aus Richtung Kaiserplatz oder Kaiserstraße wie bislang gewohnt über die Maximilianstraße weiterfahren wollten, staunten nicht schlecht über den Gegenverkehr. Manche nahmen dann sogar einfach den Weg über den Busbahnhof in Richtung Norden.

Da wurde es Stadtwerkesprecherin Veronika John und ihren Kollegen, die die neue Verkehrssituation vor Ort beobachteten, dann doch zu bunt. Sie riefen die Polizei zu Hilfe, weil diese Autofahrer vor allem die Busfahrgäste in gefährliche Situationen brachten. „Darauf sind die Fahrgäste schließlich nicht eingestellt, dass hier plötzlich Autofahrer entlang kommen“, sagte sie. Wie viele Autofahrer wegen verbotswidriger Durchfahrt über den Busbahnhof am Ende verwarnt worden waren, dazu gab es bis Redaktionsschluss keine Informationen.

Als Problem entpuppte sich schnell auch die neue Beschilderung am Kaiserplatz, wo die Autofahrer aus Richtung Hofgarten ab sofort nur noch nach links in die Kaiserstraße abbiegen dürfen. Sobald Busse vor den Autos herfuhren, war die Beschilderung für letztere kaum mehr erkennbar. Tiefbauamtsleiter Peter Esch, federführend für die neue Verkehrsführung zuständig, sicherte auf GA-Nachfrage zu: „Wir werden selbstverständlich überall dort, wo es nötig ist, nachbessern.“

Hinsichtlich der uneinsichtigen Autofahrer, die das Verbotsschild in der Maximilianstraße in Richtung Hauptbahnhof missachteten, meinte Esch: „Das Problem erledigt sich von selbst, wenn der Bauherr des Maximilian-Centers die Baustelle für das Bohrloch auf der Straße einrichtet. Dann kommt ohnehin kein Auto mehr durch.“ Schon am späteren Nachmittag hielt ein Bauzaun Autofahrer von der Weiterfahrt ab. Nur noch Anlieferern ist die Durchfahrt rechts vorbei in die Fußgängerzone gestattet.

Wie berichtet, müssen an die zehn Bohrpfähle nahe des Sperrabschnitts in die Erde gerammt werden, um die Wand abzustützen und die nebenliegenden Gebäude der Volksbank und des Bio-Supermarktes zu schützen. Geplant ist an dieser Stelle ein unter Straßenniveau liegendes Geschäftsgebäude, das nach Fertigstellung unterirdisch über die Tunnel am Hauptbahnhof erreichbar sein wird.

Mit Einsetzen des Berufsverkehrs am Nachmittag stauten sich die Autos auf der Rathausgasse. Das ist für diese Uhrzeit allerdings nichts Ungewöhnliches. Was den Linksabbieger am Belderberg betrifft, äußerten sich einige Autofahrer durchaus positiv. Ein Taxifahrer erklärte, dass ihm diese Verkehrsführung schon in einer einige Jahre zurückliegenden Probephase sinnvoll erschienen sei. Günter Simering, regelmäßiger Besucher der City, sagte gegenüber dem GA: „Ich habe nie verstanden, warum das Abbiegen hier nicht möglich ist. Bedenken äußerte dagegen Ulrike Radermacher. „Auf dem Cityring stauen sich ohnehin viele Fahrzeuge. Ich bin gespannt, ob die veränderten Ampelphasen diese Situation nicht noch verschlimmern werden.“

Die Stadt nutzt die dreimonatige Sperrung der Maximilianstraße, um den Linksabbieger genau zu testen. Die Verwaltung überlegt, den Cityring irgendwann dauerhaft zu unterbrechen, um den motorisierten Verkehr auf Rathausgasse und der Straße am Hof zu beruhigen. Da die neue Verkehrsführung erst ab den Mittagsstunden sukzessive eingeführt wurde, gab es am Dienstag noch keine Erkenntnisse darüber, wie sie im morgendlichen Berufsverkehr funktioniert.

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