Gärten und Parks in Bonn und der Region: So wird der Botanische Garten auf den Frühling vorbereitet

Gärten und Parks in Bonn und der Region : So wird der Botanische Garten auf den Frühling vorbereitet

Der Botanische Garten am Poppelsdorfer Schloss bereitet sich aufs Frühjahr vor. Kustodin Cornelia Löhne erklärt bei einem Rundgang, was derzeit so alles heranwächst.

An der Nase von Professor Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck hängt ein Tropfen. Als hätte er einen leichten Schnupfen, was Mitte März bei knapp zehn Grad und Nieselregen auch nicht weiter verwunderlich wäre.

Rings um die Büste des Gründungsdirektors der Botanischen Gärten der Universität Bonn scheint der Schlossgarten zurzeit noch im Winterschlaf zu liegen. Doch dieser erste Eindruck unter kühlem, nassen Wetter täuscht, wie ein Rundgang mit der Kustodin, der Botanikerin Cornelia Löhne, zeigt.

Auf den hellgrünen Rasenflächen setzen Krokusse und Osterglocken blaue und gelbe Farbtupfer. Und eine Ente hat das große runde Becken des – nach den Wintermonaten noch grau-braunen – Sumpfgartens für sich entdeckt und nimmt ein ausgiebiges Bad.

Gefällte Bäume müssen ersetzt werden

Die Gärtner haben währenddessen damit zu tun, die Lücken, die im Schlossgarten durch einige in den vergangenen Monaten gefällte Bäume entstanden sind, mit neuen Gewächsen zu füllen: zum Beispiel mit Pinien und einer Engelmannkiefer aus Nordamerika, aber auch mit einheimischen Nadelgehölzen als geeignete Studienobjekte für angehende Botaniker.

Dazu gehört auch, was drinnen in den Töpfen der Anzucht heranwächst; gut beschützt von dem sogenannten gemeinen Fettkraut, auf dessen Blättern die Trauermückenlarven kleben bleiben, die sich sonst über die Wurzeln hermachen würden – eine wirksame biologische Lösung, die ganz ohne chemisches Gift auskommt.

„Ein Teil dieser Pflanzen hier wie Arnika, Bärlapp und Bartfaden ist für Lehre und Forschung bestimmt, zum Beispiel zur Blütenbiologie“, erklärt Lohne. „Ein anderer geht an biologische Stationen, die Naturschutz betreiben.“ Nebenan stehen in Kübeln die Gehölze, die die kalte, feuchte Witterung der vergangenen Monate nicht vertragen haben, aber bereits wieder erste Knospen bilden.

Frühling und Frostgefahr

Ein wenig Geduld braucht es aber noch, denn um den Garten wieder so zu bestücken, wie Bonner und Besucher von nah und fern ihn während der Sommermonate kennen und schätzen, gilt es zunächst die Eisheiligen abzuwarten, die Mitte Mai anstehen. „Vorher ist die Frostgefahr zu hoch“, sagt Gärtner Marcus Driemel. „So haben wir jetzt noch Zeit für die klassischen Winterarbeiten. Dazu gehören neben der Pflege von Kantensteinen und Wegen der Gehölzschnitt, die Wartung der Geräte und das Anfertigen von Holzkübeln, die für spätere Pflanzungen genutzt werden können.“

Für die meisten Pflanzen heißt es also noch abwarten, bis der Frühling richtig in Fahrt kommt und die Sonne genug Kraft entwickelt, den Boden auch warm genug zu halten. Andere hingegen sind robust genug, draußen zu überwintern. Etwa im Magnolienhain, der nächsten Station des Rundgangs.

„In den vergangenen zwei, drei Jahren haben wir hier zahlreiche Bäume gepflanzt, die bis Juni jeweils über zwei, drei Monate einzeln blühen“, sagt Löhne. „Die Farbskala dabei reicht von Weiß bis Violett in allen möglichen Rosétönen oder wie bei einer experimentellen Züchtung sogar ins Bläuliche.“ Ein Stück weiter steht eine 1960 gepflanzte Kornelkirsche, deren hellrote Früchte sich bestens zu Marmelade verarbeiten lassen. Sie zieht mit ihren senfgelben Blüten die Blicke auf sich und gewährt einen ersten Ausblick, wie es in einigen Wochen um sie herum aussehen wird.

Ebenso robust und unkompliziert ist auch der schneeballblättrige Ahorn. Seine Heimat liegt zwar eigentlich ein gutes Stück weiter südlich auf Sizilien und Korsika sowie in Nordafrika, aber in dem milden rheinischen Klima scheint er sich inzwischen recht gut akklimatisiert zu haben.

„Wir arbeiten hier so mit unseren saisonalen Pflanzen, dass immer gerade irgendwas grünt und blüht“, erläutert Löhne. Drüben im Nutzpflanzengarten an der Nussallee dominieren die Einjährigen, darunter Kohl- und andere Gemüsesorten. Und der Melbgarten am Nachtigallenweg ist eher den seltenen und exotischen Gewächsen vorbehalten. Doch rund um das Poppelsdorfer Schloss stehen die Gehölze und Sträucher, die auf Dauer angelegt sind und sich nun auf einen weiteren Wechsel der Jahreszeit vorbereiten.

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