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Sonderauflage des GA-Weihnachtslichts: So werden Senioren und Kranke während der Coronakrise unterstützt

Sonderauflage des GA-Weihnachtslichts : So werden Senioren und Kranke während der Coronakrise unterstützt

In Zeiten des Coronavirus sind vor allem Senioren und Kranke bei Alltagserledigungen auf Hilfe angewiesen. In Bonn organisieren sich über die sozialen Netzwerke zahlreiche Menschen, um sie zu unterstützen – auch der GA beteiligt sich.

In Zeiten von Hamsterkäufen und Desinfektionsdrang entsteht schnell der Eindruck, die Solidarität untereinander käme zu kurz. Obwohl das neuartige Coronavirus in der Bevölkerung für großes Durcheinander sorgt, bleibt vielerorts genügend Zeit für Menschlichkeit. Lang ist die Liste derer, die in solchen Krisenzeiten ihre Hilfe für Geschwächte anbieten.

Unter den beiden Hashtags #Coronahilfe und #Nachbarschaftschallenge finden sich im sozialen Netzwerk Instagram bereits Tausende Beiträge, die dazu aufrufen, sich in seiner Nachbarschaft mit älteren und kranken Menschen zu solidarisieren. Auch auf Facebook, Twitter und Ebay-Kleinanzeigen bieten Privatpersonen ehrenamtliche Unterstützung an.

Viele offerieren im Netz beispielsweise, Einkäufe und andere Besorgungen für Senioren und Kranke zu erledigen, damit diese wegen ihres schwachen Immunsystems so wenig wie möglich nach draußen müssen.

Martina Kampers (links) vom Corona-Netzwerk des Pfarrverbands Bonn-Süd bietet Ralf Sollen ihre Hilfe an. Foto: Meike Böschemeyer

So auch Anna Ibelshäuser, die in Bonn und der Region als Pionierin der Nachbarschaftshilfe gilt. Auf Facebook rief sie Mitglieder dazu auf, sich der Hilfsaktion anzuschließen – schon nach kurzer Zeit fanden sich Hunderte Unterstützer. „Zusammenhalt ist die Antwort auf den aktuellen Ausnahmezustand“, erklärt die Studentin. Stefan János Wágner von der Pflegeselbsthilfe Rhein-Sieg bietet in diesem Zusammenhang auch die Internetseite seines Betriebs an, für alle, die kein Facebook nutzen.

Auch die Bonner Jusos unterstützen Senioren und Vorerkrankte. Patienten, die bei einer Ansteckung mit Covid-19 einen schwerwiegenden Krankheitsverlauf fürchten müssen, sollen auf diese Weise geschützt werden. „Um nicht selbst zur Gefahr für betroffene Personen zu werden, achten wir darauf, dass es nicht zum persönlichen Kontakt kommt“, erklärt der Bonner Jusos-Vorsitzende Albert Lopez-Torres. Die jüngere Generation könne ein Ansteckungsrisiko besser tragen. Auch die Jugendorganisationen der Grünen, der FDP und der Union zeigen sich in diesen Zeiten solidarisch. „Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, ist die Mithilfe der gesamten Gesellschaft gefragt. Wir möchten hierzu unseren Beitrag leisten“, erklären die Parteien in einer gemeinsamen Pressemitteilung.  Zudem appellieren sie an weitere Freiwillige, die ihre Hilfe anbieten möchten. „Es ist jeder gefragt. Um dies alles zu gewährleisten, sind wir auf tatkräftige Unterstützung angewiesen“, teilen die Organisationen mit.

Stefan Peters aus der Südstadt und Martina Kampers aus der Innenstadt organisieren über das Nachbarschaftsnetzwerk nebenan.de Hilfsangebote für ältere Menschen. Pfarrer Joachim Gerhardt leitet das Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Bonn. Er ist stolz, dass sich in Zeiten der Corona-Pandemie viele Helfer finden, die für ältere Menschen Besorgungen tätigen und Kinder betreuen. „Schon nach einem Tag haben sich in der Lutherkirche acht ehemalige Konfirmierte gefunden, die ihre Hilfe anbieten“, freut sich der Pfarrer. Er sei beeindruckt vom Engagement der jungen Leute. Die evangelische Kirche sei in Bonn so gut vernetzt, dass „es unsere Pflicht ist, in einer solchen Notlage ehrenamtlich zu helfen“, betont Gerhardt. Im gesamten Stadtgebiet bestünde seitens der evangelischen Kirche das Hilfsangebot für ältere und vorerkrankte Menschen. Barbara Marie Ritter von der katholischen Kirche Bonn berichtet, dass ihre Institution derzeit ein ähnliches Projekt für den Bonner Raum organisiert. Einen Schritt weiter ist die Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes. Sie will für ihre Nachbarn aus der Südstadt und Poppelsdorf den Alltag erleichtern. Wir übernehmen ab sofort für kranke, alte Menschen und Risikogruppen den Einkauf. „Wir besorgen Lebensmittel und Medikamente und bringen sie nach Hause“, heißt es in einer Mitteilung.

Selbstverständlich darf auch der Sport und die körperliche Fitness in Corona-Zeiten nicht zu kurz kommen. Die Sportfabrik in Beuel muss zwar schließen, reagiert aber kreativ auf die Krise, indem die Mitarbeiter Online-Tutorials und einen Einkaufs- und Lieferservice für ihre Mitglieder anbieten.