260 Kilogramm Schokolade transportiert: So war die dritte Schokofahrt von Bonn nach Amsterdam

260 Kilogramm Schokolade transportiert : So war die dritte Schokofahrt von Bonn nach Amsterdam

Eine „süße“ Fahrradtour haben 16 fahrradbegeisterte Bonner zwischen 20 und 67 Jahren hinter sich. Sie transportierten auf der dritten Schokofahrt von Bonn nach Amsterdam und zurück 260 Kilogramm Schokolade.

Gegenwind, Regen und etliche Pannen begleiteten die dritte Bonner Schokofahrt nach Amsterdam und zurück. Am Dienstagabend kehrten alle Beteiligten aber wohlbehalten zurück. "Mich hat am meisten beeindruckt, dass bei dieser harten Fahrt in einer so großen Gruppe alle bester Laune waren", erzählte Mitorganisator Raphael Holland beim Empfang mit Snacks und Musik im Evangelischen Kirchenpavillon. 16 Fahrradbegeisterte zwischen 20 und 67 Jahren waren am vergangenen Mittwoch mit neun Lasten- und einigen elektrobetriebenen Rädern aufgebrochen, um gut 260 Kilogramm Schokolade aus unter fairen Bedingungen angepflanzten und emissionsarm transportierten Bohnen in die Bundesstadt zu bringen.

Gut 50 deutsche Städte machen mit, die Bonner Gruppe ist nach der aus Münster die zweitgrößte. Organisiert wird sie vom Lastenradprojekt Bolle Bonn und dem Transition-Netzwerk Bonn im Wandel. Insgesamt rund 600 Kilometer legten sie zurück, zum Teil fuhren sie 120 Kilometer an einem Tag. "Da kommt jeder an seine Grenzen", so Holland.

Übernachtung bei Schokofahrern in Mönchengladbach

Aber die Fahrt ist es wert. "Wir erfahren überall ganz viel Unterstützung." Sie übernachteten bei Schokofahrern in Mönchengladbach, die zweite Station danach war Nijmegen.

Gefahren wird um Ostern herum und im Oktober: Dann ist es nicht zu heiß für die Schokolade und nicht zu kalt für die Fahrer. Vor drei Jahren startete die erste Schokofahrt von Münster aus nach Amsterdam. Dort verarbeitet das Unternehmen Chocolate Makers Kakaobohnen aus der Karibik zu Schokolade, die unter dem Namen Tres Hombres verkauft wird. Der Kakao wird unter fairen Bedingungen angebaut und geerntet, die Schokolade trägt aber nicht das Fair-Trade-Gütesiegel. Denn dieses, erklärte Holland, decke zwar die Arbeitsbedingungen beim Anbau ab, aber nicht die auf den Transportschiffen, die seien teils auch menschenunwürdig.

Bonner sind zum dritten Mal mitgefahren

Statt das Gütesiegel zu bezahlen, investieren die Chocolate Makers in emissionsarmen und fairen Transport: Die Kakaobohnen werden auf einem Segelschiff nach Amsterdam gebracht. Die Schokofahrer denken das Konzept weiter: Mit dem Fahrrad wird die Schokolade emissionsfrei dorthin geschafft, wo sie verkauft werden soll.

Die Bonner sind zum dritten Mal mitgefahren, hier ist die Süßigkeit im Weltladen, in Bergfeld's Biomarkt, im Bioladen Momo, bei Freikost Deinet und Kiss the Inuit sowie seit diesem Jahr auch im Evangelischen Kirchenpavillon erhältlich. Der Pavillon bot sich als Ort für Abfahrt und Ankunft an. Pro verkaufter Tafel gehen 50 Cent an das Projekt Bolle Bonn.

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