Straße als Flaniermeile: So war das Fest in der Friedrichstraße in Bonn

Straße als Flaniermeile : So war das Fest in der Friedrichstraße in Bonn

Händler und Gastromomen feiern mit vielen Gästen ihr traditionelles Friedrichstraßenfest. Angebote kommen bei den Kunden gut an.

Der rote Teppich ist ausgerollt, und die Menschen kommen in Scharen. Zahlreiche Bonner spazieren an diesem Samstag durch die Friedrichstraße, schauen in die Geschäfte und genießen die internationale Küche, die nirgendwo sonst in der Innenstadt so vielfältig ist wie hier. Die zwischen Oxford- und Sternstraße gelegene Flaniermeile mit ihren Boutiquen und Feinkostläden ist längst kein Geheimtipp mehr – das Magazin „Geo“ hat sie sogar zu einer der zehn schönsten Fußgängerzonen der Bundesrepublik erwählt. Beim Friedrichstraßenfest zeigen sich Geschäftsleute und Gastronomen denn auch selbstbewusst und werden von den Besuchern nur bestärkt.

Viele Gäste kommen gerne in die Friedrichstraße, auch abseits von derartigen Festivitäten. „Ich laufe gerne hier entlang, weil die kleinen Geschäfte überaus charmant sind und die Mitarbeiter alle freundlich“, erklärt etwa Maria Yoshida. „Hier ist es nicht so hektisch, das gefällt mir sehr.“ Ein Argument, das viele nennen und schätzen. „In den vergangenen 23 Jahren hat sich das Bild der Friedrichstraße um 180 Grad gedreht“, bestätigt auch Sonja Reul, Inhaberin der nach ihr benannten Eckkneipe. „Früher gab es hier ja keine Fußgängerzone, da galt die Gegend als Hinterhof Bonns. Jetzt aber haben wir exklusive Geschäfte hier und eine offene Straßengastronomie, die ein breites Publikum anspricht.“ Die Atmosphäre ist entspannt, auch wenn sich wie an diesem Tag deutlich mehr Menschen als gewöhnlich durch die Straße drängen. „Immerhin ist es hier ruhiger und gemütlicher als auf der Sternstraße“, sagt Klaus Steinhöfel, der genüsslich über das Pflaster schlendert. „Man könnte fast sagen, dass dies hier eine kleine Ausgabe der Breiten Straße ist.“

Auch Timo Stumpf, Vertriebsleiter des Chocolatiers Coppeneur, hebt das besondere Ambiente der Friedrichstraße hervor. „Man merkt, dass viel Zeit, Liebe und Detailarbeit in die Ausgestaltung der Straße gesteckt wurde“, sagt er. „Hier finden Sie nur wenige Ketten, dafür viele inhabergeführte Geschäfte, die dafür auch etwas exklusiver und entsprechend teurer sind. Das Publikum genießt es außerdem, bei gutem Wetter draußen sitzen zu können, ohne wie etwa am Marktplatz ein Gedränge zu haben.“

Also alles bestens? „Eigentlich können wir sehr zufrieden sein, wie sich die Friedrichstraße gerade in den vergangenen Jahren entwickelt hat“, betont Sonja Reul. „Ich würde mir nur wünschen, dass die Fahrradfahrer hier nicht so rasen würden. Wenn ich oder einer meiner Mitarbeiter über die Straße muss, um Tische zu bewirten, habe ich mitunter echt Angst um die Gesundheit. Solche Manöver machen die Straße unruhiger, als sie eigentlich ist.“

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