Wasserversorgung in der Region: So steht es um die Versorgung mit Trinkwasser in Bonn

Wasserversorgung in der Region : So steht es um die Versorgung mit Trinkwasser in Bonn

Die Bonner verbrauchen täglich 168 Liter Trinkwasser pro Kopf. Damit liegen sie über dem Durchschnitt in Deutschland. Für Bonn liegt nun ein neues Versorgungskonzept auf dem Tisch.

Wasser ist kostbar, es ist das Elixier des Lebens, sagt man. Angesichts der langen Trockenperiode im vergangenen Jahr und auch wieder in diesen Monaten fragen sich viele Menschen, wie es denn um unser Trinkwasser bestellt ist. Reicht es auf Dauer für alle aus? Wie sieht die Wasserversorgung mit dem Blick auf den Klimawandel aus? Fragen, die das Land NRW schon vor einigen Jahren gestellt und die Kommunen aufgefordert hat, ein Wasserversorgungskonzept zu erstellen.

Das Konzept der Stadt Bonn liegt jetzt auf dem Tisch. Der Stadtrat hat es in seiner Sitzung vor der Sommerpause beschlossen, nun muss es die Bezirksregierung Köln absegnen. Die gute Nachricht vorweg: Die Versorgung ist auf Dauer gesichert – nicht nur für Bonner. Auch bei langanhaltenden Hitze- und Trockenperioden, verspricht Theo Waerder. Der Geschäftsführer der Bonn-Netz GmbH des Stadtwerkekonzerns ist seit vielen Jahren Herr über das Bonner Wasser, das der Wahnbachtalsperrenverband (WTV) an die Stadtwerke Bonn (SWB) liefert.

„Gut versorgte Region“

Bonn befindet sich in einer mit Trinkwasser gut versorgten Region, sagt Waerder. Das gewinnt der WTV nicht nur aus der Talsperre, sondern auch aus den Wasserwerken in Meindorf und im Hennefer Siegbogen. „Dadurch dürfen sich die Bonner über besonders weiches Wasser von hoher Qualität freuen.“ Sollte die Talsperre, aus welchen Gründen auch immer, einmal ausfallen – etwa, als die Staumauer vor einigen Jahren saniert werden musste – dann stellen die beiden Wasserwerke die Versorgung in Bonn und der Region sicher.

Ein besonders heikles Thema wird in dem Konzept ebenfalls angesprochen: Der Schutz der Trinkwasserversorgung vor Gefährdung von außen. „Die Trinkwasserversorgung zählt zur kritischen Infrastruktur einer Kommune, deshalb muss das Konzept vertraulich behandelt werden“, erklärt SWB-Sprecherin Veronika John. Deshalb musste der Stadtrat das mehr als 50 Seiten starke Papier im nicht-öffentlichen Teil einer Sitzung beraten und verabschieden. Zu den potenziellen Gefährdungen im Bereich der Wasseraufbereitung und des Trinkwassertransports zählen laut Waerder technische Ausfälle – bedingt durch Schäden oder Störungen –, Ausfälle der Stromversorgung und unerlaubte Eingriffe von Dritten. Zu Letzteren zählen nicht nur eventuelle Sabotageversuche, sondern unter anderem auch die illegale Entsorgung von Grünabfällen und Hausmüll, Abwässer, Gülle oder die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in den Schutzzonen, die zu Kontamination des Wassers führen könnten.

Geheime Schutzmaßnahmen

Waerder betont, Trinkwasser und die Gewinnungen würden „bestens geschützt“, wie genau, das bleibt geheim. Nur so viel: „Wir ziehen an unseren verschiedenen Kontrollstellen in den Rohrnetzen mehrere Hundert Proben im Jahr. Das sind deutlich mehr, als wir müssten. Hierdurch wird die Qualität dauerhaft gesichert.“ Zudem stünden SWB und WTV in engem Kontakt mit den Gesundheitsämtern von Bonn und Rhein-Sieg-Kreis sowie dem Hygiene-Institut der Uni Bonn. Erst ein Mal haben die Stadtwerke in einem sehr kleinen Bereich Anwohner auffordern müssen, ihr Trinkwasser abzukochen, erinnert sich Waerder. Durch einen Rohrbruch waren Keime ins Wasser gelangt. Der Schaden konnte schnell behoben werden, erinnert sich der Geschäftsführer.

Der durchschnittliche Wasserverbrauch liegt mit 168 Litern pro Kopf und Tag deutlich über dem Bundesdurchschnitt. „Bonn ist ein ausgeprägter Bürostandort“, erklärt Waerder. Wo viele Menschen arbeiteten, werde auch viel Wasser verbraucht, nicht zuletzt durch die Toilettennutzung. „Da fließen im Schnitt neun Liter gutes Trinkwasser pro Spülgang durch.“ Aber auch der Fakt, dass Bonn eine Stadt mit viel Grün ist, bedingt durch die großen Ein- und Zweifamilienhaussiedlungen, erkläre den überdurchschnittlichen Wasserverbrauch. „Die meisten haben Gärten, die wollen natürlich auch gewässert werden.“

Mehr als 50 Brunnen in Bonn für den Notfall

Und was geschieht, wenn doch einmal – aus welchen Gründen auch immer – das Trinkwasser des WTV in Bonn knapp wird oder ganz versiegt? Waerder: „Wir haben für den Notfall mehr als 50 Trinkwassernotbrunnen in Bonn, aus denen wir in einem solchen Fall Grundwasser fördern und an Ort und Stelle verteilen können. Damit können wir die Menschen in Bonn in einem Notfall auch über geraume Zeit mit lebensnotwendigem Wasser versorgen.“

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