Haus des Karnevals: So schön war der Tollitäten-Empfang des GA

Haus des Karnevals : So schön war der Tollitäten-Empfang des GA

Das närrische Gipfeltreffen steigt auch in diesem Jahr im Haus des Bonner Karnevals. Dutzende Prinzessinnen, Prinzen und Dreigestirne aus Bonn und der Region feierten gemeinsam.

Am Ende des Abends schaute nur noch der große Meister missmutig aus seiner Ecke im Bonner Haus des Karnevals. Pappkamerad Ludwig van Beethoven wollte sich nicht so recht anstecken lassen vom Frohsinn unter dem Motto „Jötterfunke överall – Ludwig, Bonn und Karneval“. Ganz anders die Gäste beim großen Tollitätenempfang des General-Anzeigers am Freitag: Mit Spaß und Spökes feierten sie bis in den Abend.

„Es ist ein tolles Bild, was wir alle zusammen im Karneval abgeben“, sagte der Bonner Prinz Richard I. beim Blick in die Menge, und Prinzenführer Christoph Schada gab zu: „Immer wenn ich meinen Prinzen suchen muss, finde ich den nicht vor lauter Federn.“ Zwischen Auftritten in Berlin und Brüssel ließen es sich Prinz Richie und seine Bonna Katharina III. nicht nehmen, bei „ihrer Tageszeitung“ vorbei zu schauen und sich mit den vielen Prinzenpaaren und Dreigestirnen aus Stadt und Region zu treffen, die am Abend mit dabei waren. Nur Prinz Walter I. aus Oberdrees fühlt sich als Hahn im Korb in Rheinbach ein wenig einsam: „Im Stadtgebiet gibt es nur Dreigestirne aus Frauen.“ Immerhin hatte er am Freitagabend schon den Rathausschlüssel dabei und konnte sich mit den anderen Helden in Strumpfhosen über Eroberungsstrategien austauschen.

Kostümwettbewerb für Kinder

Als bierseliger Sitzungspräsident hatte Volker Weininger (Foto) die Lacher auf seiner Seite und zu allem eine Meinung. Zum Beispiel zur veganen Ernährung („Ich sehe mich schon mit meiner Bratwurst mit den Rauchern auf dem Balkon stehen“) und zur seinem Neffen Marvin („der hat einen Bewegungsdrang wie ein Koalabär in Vollnarkose“). Nur Weiningers Höllencocktail mit Rollmops und brennendem Chinaböller („Da darfste nicht trödeln beim Trinken“) stand nicht auf der Karte, dafür Kölsch und Mettbrötchen.

Der GA empfängt Tollitäten im Haus des Karnevals in Bonn

Bereits am Nachmittag war der jecke Nachwuchs dran. Kindertollitäten aus Bonn und der Region feierten begleitet von Garden, Rittern und kleinen Feuerwehrmännern. Gleich dem allerersten Kinderprinzenpaar flogen die Herzen zu: Prinz Simon I. und Likura Alina II. sind Zwillige und sechs Jahre alt. „Als ich Kim I. sah, wollte ich Prinzessin werden, dass war klar“, reimte die kleine Alina über ihr großes Vorbild. Was ihr an der großen Liküra besonders gut gefiel? „Das Kleid.“ Jetzt steckt die Kleine selbst im Ornat und ist ebenso stolz wie ihr Zwillingsbruder.

Ein Dreigestirn, das nicht nur singen, tanzen, sondern auch Kleider entwerfen kann, hat Altendorf-Ersdorf. Prinzessin Samy I., Jungfrau Nicole I. und Bäuerin Lena I. mischen in dieser Session das Dorf auf – und das nach 40 Jahren Pause bei den Kindertollitäten. Es ist sicher kein Zufall, das Samys Mutter Kerstin damals die Vorgängerin ihrer Tochter war. Zur Melodie von „Nie mih Fastelovend“ von Querbeat haben die Mädels ihren eigenen Text geschrieben. „Wir wollten im Dorf was für die Jugend machen“, verriet Samy. Das schicke Bäuerinnen-Kleid von Lena zeigte, dass man den Bauer eben nicht immer in Pumphosen stecken muss.

Der Bonner Kinderprinz Leo I. kann prima Bönnsch schwade. Hat er das auf seiner Schule, dem Cojobo gelernt? „Ich tanze schon seit fünf Jahren und irgendwann habe ich angefangen, Bönnsch zu sprechen“, sagte der Kinderprinz. Kinderbonna Janina I. freut sich schon auf den Rosenmontagszug und ist dann sicher auch wieder bei Stimme, um den Jecken am Straßenrand zu zujubeln. Moderator Holger Willcke war froh, beim zweiten GA-Empfang im Haus des Karnevals eine große Bühne zu haben, so voll wurde es, als die Kindergarden von Bonner Stadtsoldaten und Ehrengarde einzogen. Auch die Lessenicher Sterne brauchten viel Platz. „Ist Lessenich jetzt kinderfrei?“, fragte sich der Moderator. Dabei waren nur die Minis und die Mittleren aufgetreten, einige der Großen lernten unterdessen für Arbeiten.

Zum Glück hatten die Kinder, die am Kostümwettbewerb teilnahmen, Zeit zum Basteln. Ein „Einhornpilz“ und ein „Umweltkrokodil“ waren zum Beispiel das Ergebnis. Für die Botschaft „Wirf keinen Müll ins Meer“ bekam Carolina den ersten Preis, gefolgt von Baum Niklas und Einhornpilz Lea. „Jeder Jeck ist anders, knallbunt und quietschfidel“ – diese Botschaft der Lannesdorfer Kindertollitäten dürfte sich die grantelnde Ludwig-Pappfigur ruhig ein wenig zu Herzen nehmen.