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Streetstyle im Test: So modisch ist das junge Bonn

Streetstyle im Test : So modisch ist das junge Bonn

Kann Bonn mit den großen Modemetropolen wie Paris, London und Berlin mithalten? ga-bonn.de war in der Innenstadt unterwegs und hat sich auf die Suche nach jungen, modebewussten Menschen gemacht.

Aus den Modemetropolen Berlin, London oder New York kommen wohl die größten Einflüsse, wenn es um neue Trends und Styles geht. Die Sternchen der Szene machen es vor, Fashionistas zeigen ihre Mode in sozialen Netzwerken wie Instagram, und viele Fans machen es ihnen nach. So entstehen oft Trends, von denen auch die Bonner Gebrauch machen. Doch kann Bonn modisch mit den großen Modemetropolen mithalten? Und wie sieht es eigentlich mit den aktuellen Trends aus?

Der Stil

„Die Bonner machen Trends mit, legen aber vor allem viel Wert auf ihre klassischen und Basic-Artikel“, sagt Haike Meyer, Department Managerin einer großen Einzelhandelskette in Bonn. Die Basic-Abteilung mit den schlichten und alltagstauglichen Kleidungsstücken ist bei Kunden sehr beliebt. „Unsere Kunden übertreiben es nicht mit neuen Stilrichtungen und bleiben mit ihrer Mode eher locker und klassisch. Trends werden nur vereinzelt mitgemacht und dann mit den schlichten Lieblingsteilen kombiniert.“

Der 27-jährige Janis Prangenberg findet, dass Trends zuerst in der Modemetropole London zu finden sind. Er ist von der Individualität der Weltstadt begeistert. Dort finde man alle möglichen Stile, bevor sie überhaupt hier landen und ausprobiert werden. Er sagt: „Mit Mode kann man sich ausdrücken. Sie verändert die Persönlichkeit zum Positiven." Er selbst trägt am liebsten seinen grünen Parka, kann aber auch nicht auf seine Bomberjacken verzichten.

Natürlich kaufen viele Kunden Kleidung von der Stange großer Einzelhandelsketten wie H&M, Zara oder anderen. Doch gibt es auch einige, die viel lieber Einzelstücke tragen und deswegen in Second-Hand-Läden oder bei Plattformen wie Ebay und Kleiderkreisel einkaufen.

Bonner Streetstyle

Second Hand

So auch Maxi von Stumberg. Mit kommerzieller Mode kann die 26-Jährige nicht unbedingt etwas anfangen. Die Physiotherapeutin shoppt überwiegend Second Hand. Sie sagt, dass sie von Trends beeinflusst wird, die sie bei anderen beobachtet, setzt diese aber auf ihre eigene Art um. Maxi ist von Köln nach Bonn gezogen und weiß die modische Individualität der Stadt zu schätzen. "Die Mode in Bonn ist viel entspannter als woanders. In Großstädten wie Berlin sehen doch alle gleich aus, obwohl sie eigentlich anders sein wollen."

Ulla Jansen ist Inhaberin des Second Hand Ladens Kunterbunt auf der Breite Straße in der Bonner Altstadt. Sie meint, dass das Interesse an gebrauchter Kleidung bei Jung und Alt immer größer wird. "Sie suchen vor allem nach Schnäppchen und freuen sich, wenn sie etwas finden, was so ähnlich in teuren Läden hängt." Ihre Kunden wüssten es zu schätzen, dass die Kleidung keine schädlichen Farbstoffe mehr enthält. "Einen eigenen Charakter hat Second-Hand-Kleidung allemal."

„Ich sehe Inspiration schon, wenn ich nur zur Tür rausgehe“, sagt die 26-jährige Bonnerin Elena Gedert über sich selbst. Die gelernte Grafikdesignerin geht vor allem in kleinen, eher unbekannten Boutiquen shoppen und findet auch gerne Einzelstücke in Vintageläden. Erst kürzlich konnte sie während eines Urlaubs in London eine Lederjacke in einem Second-Hand-Laden ergattern.

Trends

Doch wie sieht es mit den kommenden Trends aus? "Romantische Schnitte und florale Prints werden beim Concept Store Room Nine an der Sterntorbrücke als Trend 2017 gesehen. Inspirationen aus den 90er Jahren wie zum Beispiel aus dem Grunge-Stil werden mit Sicherheit auch übernommen", sagt die Firmengründerin Allessandra Cuschie. Die Bonner Kundschaft sei modebewusst und informiert. "Sie kennen auch neue Marken, die vielleicht noch nicht so bekannt sind".

Kann Bonn also modisch mithalten? Janis Prangenberg ist sich da sicher: "Internationale Trends kommen auch in Bonn an, wenn auch etwas später."