Magische Momente im Bayernzelt: So lief die Eröffnung von Pützchens Markt

Magische Momente im Bayernzelt : So lief die Eröffnung von Pützchens Markt

Der 652. Pützchens Markt ist eröffnet. Bis zum Feuerwerk am Dienstag drehen sich nun die Karussells und Fahrgeschäfte. Mit einer Zauberei ging es am Freitag los.

Haben die Zaubertrixxer Ingo und Albin dem Bonner OB die Schau gestohlen? Diese Frage wurde am Freitagnachmittag bei der Eröffnung des 652. Pützchens Markts (6. bis 10. September) im Bayernzelt heiß diskutiert. Die Antwort fiel eindeutig aus: Nein!

Die Show-Acts der Bühnenakteure gingen sich eigentlich gut aus dem Weg. Die Zauberweltmeister hauchten magische Momente in das größte jemals aufgebaute Bayernzelt. 3500 Gäste erlebten verzaubernde Artistik und begeisternde Magie. Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan wurde sogar Teil der Bühnenshow: Er war Zeuge, wie die beiden Magier mit einer willkürlich aus dem Publikum ausgesuchten Frau einen unglaublichen Trick vorführten, der das gesamte Publikum zum Grübeln brachte. Es ging um das „Magische Herz“: Die Frau musste ihren Vornamen nennen, und die Magier versprachen, diesen in weißer Zuckerschrift auf ein riesiges Lebkuchenherz zu zaubern. Abrakadabra – Simsalabim: Plötzlich stand tatsächlich der Name Inge darauf. Fassungslos und ungläubig fragte der GA-Reporter nach, und Inge Henseler aus Bornheim sagte: „Ganz ehrlich, ich wusste nichts. Das war nicht vorbereitet. Ich bin total erstaunt.“ Auch der OB zuckte mit den Schultern und gestand: „Ich habe aufgepasst und keinen Pfusch entdeckt. Das ist Zauberei.“ Tosender Beifall, der vor allem den fabelhaften Magiern galt.

Fassanstich im Bayernzelt

Wer nun meinte, dass der traditionelle Fassanstich an Bedeutung verloren hatte, irrte. Sridharan schnürte die Bierkutscherschürze um den Leib, schaute sich das 50-Liter-Kölschfass genau an, griff zum Holzhammer und schlug zu. Mit einem Hieb rammte er den Zapfhahn ins Spuntloch: Das Kölsch schäumte ins Glas, die Menge johlte.

Lutz Reinke und Hermann Wittenburg, die schon vor Jahrzehnten zu Kurfürstenbräu-Zeiten für den Fassanstich von Brauerseite zuständig waren, nickten anerkennend: „Drei Jahre hintereinander nur einen Schlag benötigt – Respekt, dass hat vor ihm noch kein Bonner OB geschafft.“

Der neue Chef des Städtischen Gebäudemanagements (SGB), Lutz Leide – er übernimmt den Job am 1. November von Marion Duisberg – kam überraschend auch zu seinem ersten öffentlichen Auftritt: Beuels Bezirksbürgermeister Guido Déus hatte erfahren, dass der neue SGB-Chef am Eröffnungstag der Kirmes Geburtstag hat. Sekt und Ständchen gab es für den jetzt 56-Jährigen Rheinländer. Zuvor erlebten mehrere Tauschend Zuschauer einen grandiosen Umzug durch die Budenstraßen: Der Freundeskreis Pützchens Markt hatte wieder einen historischen Kirmesumzug mit Oldtimer-Zugmaschinen der Schausteller organisiert. Erstmals mit auf dem Promi-Wagen war Rhein-Sieg-Landrat Sebastian Schuster, der vor zwei Jahren zum 400. Vereinsmitglied gekürt wurde. Ashok Sridharan folgte ihm am Freitag als 500. Mitglied.

Zur Verbesserung der Ökobilanz von Pützchens Markt stiftete der Freundeskreis Geld zur Anpflanzung von Laubbäumen im Bonner Stadtwald. „Damit wollen wir einen positiven Beitrag zur strittigen Diskussion um das Abschlussfeuerwerk am Kirmesdienstag leisten“, sagte Freundeskreis-Chef Günter Dederichs.

Die 500 Fahrgeschäfte und Buden sind nun bis Dienstag, 10. September, in Betrieb. Erwartet werden mehr als eine Million Besucher.

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