Nach Entscheidung zum Cityring: So kommen Autofahrer am besten zum Hauptbahnhof

Nach Entscheidung zum Cityring : So kommen Autofahrer am besten zum Hauptbahnhof

Nach der jüngsten Ratsentscheidung zum Cityring fällt eine althergebrachte Zufahrt zum Bonner Hauptbahnhof weg. Wir stellen die Alternativen für Autofahrer vor, die zum zentralen Verkehrsknotenpunkt gelangen wollen.

Wo bitte geht’s zum Hauptbahnhof? Diese Frage hört man in Bonn seit dem vergangenen Donnerstag öfter. Eine schnelle Antwort könnte künftig lauten: Von Norden aus. Die althergebrachte Zufahrt vorbei an Kaiserplatz und Busbahnhof ist mit den jüngsten verkehrspolitischen Entscheidungen jedenfalls Geschichte.

Im Stadtrat fand ein Antrag der SPD eine knappe Mehrheit, mit dem Autofahrer nicht mehr entlang des Bus- und des Hauptbahnhofs in Richtung Norden fahren können. Das gefällt nicht jedem. Einzelhandelsverband und Industrie- und Handelskammer werfen den verantwortlichen Politikern von SPD, Grünen und Linken vor, mit ihrer Entscheidung nicht nur den Bahnhof, sondern auch Maximiliancenter und Urban Soul vom Verkehr abgeschnitten und einen wichtigen Bypass verschlossen zu haben.

„Stimmt nicht“, entgegnet dem Werner Böttcher vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Schließlich sei es auch jetzt nicht möglich, die neuen Einkaufsmöglichkeiten mit dem Auto zu erreichen. So sei der frühere Parkplatz nun einmal bebaut worden (Nordfeld), und die Zufahrt zur neuen Hochgarage an der Rabinstraße von Beginn der Planung an und unabhängig vom Cityring von Norden aus vorgesehen gewesen.

Vor diesem Hintergrund, so Böttcher, ergebe die Fahrt entlang des Bahnhofs für Autofahrer heute überhaupt keinen Sinn mehr. Er ist stattdessen überzeugt: Die Verkehrsberuhigung vor dem Bahnhof werde die Erreichbarkeit mit dem Bus verbessern, die Innenstadt attraktiver machen und damit auch den örtlichen Handel stärken. Doch wie gelangt man mit dem Auto zum Bahnhof?

So ist der Hauptbahnhof künftig zu erreichen. Foto: Grafik GA

Diese Punkte stehen besonders im Fokus:

■ Nordunterführung: Auch die Unterquerung der Eisenbahn wird mit der Neuregelung Bussen, Taxis und Radfahrern vorbehalten sein. Doch mancher vermisst sie schon jetzt, während der laufenden Testphase: „Die Durchfahrt am Bahnhof ist für die Anwohner der Südstadt enorm wichtig, um die Gewerbegebiete rund um Knauber zu erreichen“, kritisiert die Bürgerinitiative Lebenswerte Südstadt die jüngsten Beschlüsse. Gleiches gelte für die bisherige Verbindung zwischen Südstadt und Verteilerkreis. Der gesamte Verkehr in Richtung Norden werde zukünftig über die Adenauerallee mit dem einspurigen Koblenzer Tor fließen. „Wenn dann noch die Baustelle auf dem Tausendfüßler eingerichtet wird, führt jede Störung auf der Achse Adenauerallee über den Belderberg in Richtung Norden zum Kollaps“, befürchtet Stefan Rausch, Sprecher der Initiative, angesichts der Beschlüsse.

■ Kreisverkehr Alter Friedhof: Er bildet künftig die zentrale Ein- und Ausfahrt zum Bahnhof – oder zumindest zur neuen Hochgarage mit ihren 300 öffentlichen Stellplätzen, die im Frühjahr an der Rabinstraße eröffnet werden soll. Von Norden her wird der Kreisel mit einer neuen Rampe von der Viktoriabrücke angebunden, von der man aus Richtung Wittelsbacherring auf die Thomastraße gelangt. Auch ist es möglich, am Bahnhof vorbei und durch die Südunterführung zur Poppelsdorfer Allee zu fahren. Parkplätze am Bahnhof gibt es jedoch nicht.

■ Suttner-Platz: Mit der Linksabbiegespur vom Belderberg auf den Bertha-von-Suttner-Platz war die Grundvoraussetzung für die jüngsten Entscheidungen gegeben. Er ermöglicht die Route von der Adenauerallee über Oxfordstraße und vorbei am Stadthaus zum Kreisverkehr und damit zum neuen Parkhaus. Zum Bahnhofsportal sind es von hier noch etwa 180 Meter.

■ Quantiusstraße: Wer direkt am Bahnhof vorfahren möchte, etwa um jemanden rasch mit dem Auto abzusetzen, dem bleibt der Weg von der Baumschulallee über Colmantstraße oder Meckenheimer Allee zur Quantiusstraße. Dies war auch bis zuletzt die einzige Möglichkeit, den Bahnhof direkt anzufahren. Dort soll bekanntlich das alte durch ein neues Parkhaus ersetzt werden und die Gestaltung der Quantiusstraße auf den Prüfstand kommen. Für Gehbehinderte sei der rückwärtige Zugang mit seiner Rampe in jedem Fall der bessere Zugang zum Bahnhof, sagt Johannes Wiedemannn von der Behinderten-Gemeinschaft Bonn. Und doch: „Für unsere Klientel ist die Erreichbarkeit des Bahnhofs mit den Veränderungen deutlich schlechter geworden“, sagt er mit Blick auf den nun bebauten Parkplatz direkt am Bahnhof.