Helfer aus Bonn und der Region: So haben diese fünf Menschen Zivilcourage gezeigt

Helfer aus Bonn und der Region : So haben diese fünf Menschen Zivilcourage gezeigt

Fünf Menschen aus Bonn und der Region wurden am Mittwoch für ihre Zivilcourage geehrt. Sie retteten Leben, stellten Einbrecher, legten einem Fahrraddieb das Handwerk und halfen, Enkelbetrüger zu überführen.

Im Mittelpunkt stehen ist nicht sein Ding, helfen schon. Albrecht Meier, der seinen richtigen Namen nicht öffentlich machen möchte, hat am 4. Dezember 2018 ein Leben gerettet.

Gegen 17 Uhr war er mit seinem Rad auf der Kennedybrücke unterwegs und legte eine Vollbremsung hin, als er eine Frau auf dem Brückengeländer sitzen sah. Er stieg ab, ging schnell auf die Frau zu und riss sie herunter.

„Sie hat keinen Ton gesagt und mich mit großen, verängstigten Augen angeschaut“, berichtet der 35-Jährige. Passanten, die auf der Brücke unterwegs waren, riefen die Polizei, gemeinsam hielten sie die Frau fest, bis die Beamten eintrafen.

Meier ist einer von fünf Bürgern, denen Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa am Mittwochnachmittag dankte. Sie standen stellvertretend für insgesamt 40 Menschen, die 2018 in Notsituationen eingegriffen und sich für andere stark gemacht haben.

Alle fünf haben Zivilcourage bewiesen: Meier als Lebensretter, die 77-jährige Marlies Esser und ihre zehnjährige Enkelin Samira Ndiaye, die geholfen haben, einen Einbrecher dingfest zu machen. Die 70-jährige Margret Baumann, die einen Enkeltrickbetrüger so lange in der Leitung hielt, bis die Polizei zugreifen konnte. Und Fabian Peeters, der einem Fahrraddieb das Handwerk gelegt hat.

„Ich hatte schon Angst“

Samira und ihre Großmutter überraschten den Einbrecher auf frischer Tat. Die beiden waren in der Küche ihres Hauses in Dottendorf, als sie ein Geräusch hörten. „Wir haben noch gedacht, es wäre der Hund“, erinnert sich Esser. Doch dann warf sie einen Blick ins Wohnzimmer – und dort stand ein Mann.

Die beiden schrien los und schlugen den Einbrecher damit in die Flucht. Doch das war noch nicht alles. Kurze Zeit später schaute Samira aus dem Küchenfenster und entdeckte den Mann.

Kaum war die Polizei eingetroffen, stieg das Mädchen in den Streifenwagen und fuhr mit den Beamten umher. Tatsächlich entdeckte sie den Täter, identifizierte ihn und die Beamten nahmen den 35-Jährigen fest. „Ich hatte schon Angst, ich habe mich hinter Oma versteckt“, sagt Samira. Auch in den Monaten nach der Tat fühlte sie sich unsicher, „wenn ich ins Wohnzimmer gegangen bin. Aber jetzt ist es okay.“

Geholfen hat auch der Prozess, in dessen Verlauf sich der Täter bei ihr entschuldigte. Und die Tatsache, dass er mittlerweile in Haft sitzt.

„Ich habe einen auf tattrige Oma gemacht“

Keine Chance hatten die Trickbetrüger, die Margret Baumann (70) um 40.000 Euro erleichtern wollten. Sie habe darauf gewartet, dass sie mal angerufen werde. Denn die Kollegin ihrer Tochter konnte ihr Auto nicht mehr finanzieren, weil ein Betrüger deren Großmutter ausgenommen hatte.

Als dann der Anruf ihres vermeintlichen Neffen kam, „war ich schon nervös“. Was aber keinen Einfluss auf ihr Handeln hatte. Denn mit einer konstruierten Geschichte und viel Schauspieltalent – „ich habe einen auf tattrige Oma gemacht“ – schaffte sie es, dass die Betrügerbande schließlich zur Geldübergabe bei ihr vorbeikam. Dort wartete schon die Polizei und nahm drei Tatverdächtige fest.

Dass ein Mann ein abgeschlossenes Mountainbike über die Poppelsdorfer Straße trägt, kam Fabian Peeters sofort seltsam vor. Als er dann versuchte, mit Werkzeug das Schloss zu knacken, wusste der 37-Jährige, dass er einen Fahrraddieb vor sich hatte. Weil er selbst kein Handy dabei hatte, bat er Passanten, die Polizei zu rufen. Mit Erfolg: Die Beamten erwischten den 47-jährigen Mehrfachtäter.

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