Integrationskraft des Singens: So funktioniert das Projekt "Sing Me In" in Bonn

Integrationskraft des Singens : So funktioniert das Projekt "Sing Me In" in Bonn

Das Projekt „Sing Me In“ unterstützt Chorgemeinschaften bei ihrer Arbeit, junge Migranten zusammenzubringen und über die Musik in ihrer neuen Heimat zu integrieren.

„Gemeinsames Singen verbindet“: Unter diesem Motto hatte die European Choral Association - Europa Cantat (ECA) am Mittwochabend zu einem Empfang in die regionale Vertretung der Europäischen Kommission eingeladen. Anlass war die Vorstellung des Projekts „Sing Me In“, mit dem man in ganz Europa mit Musik Migranten aus verschiedenen Herkunftsländern zusammenbringen und über die Chöre integrieren will.

Vor etwa drei Jahren hatten sich mehrere Chorgemeinschaften bei der ECA gemeldet und sich Material mit Liedern aus anderen Herkunftsländern gewünscht. „Einige unserer Mitglieder sagten, sie würden auch gerne mal Lieder auf Türkisch oder Arabisch singen, doch fehle es ihnen an Material“, berichtet ECA-Generalsekretärin Sonja Greiner.

Daraufhin startete die ECA das Projekt „Sing Me In – Collective Singing in the Integration Process of Young Migrants“ und erarbeitete Handbücher, die nicht nur eine Repertoiresammlung mit Liedern aus verschiedenen Herkunftsländern enthalten, sondern auch praktische Tipps für das gemeinsame Singen bieten.

Chorleiter besucht Flüchtlingsunterkünfte

Dank eines sehr guten Netzwerkes war dabei die Zusammenarbeit mit Musikschulen, Chorleitern und Lehrern aus vielen Ländern möglich. So kooperiert die ECA mit Projektpartnern aus der Türkei, dem Libanon, Estland, Finnland, Frankreich, Belgien, Norwegen, den Niederlanden und Spanien. Die Handbücher werden in drei verschiedenen Ausgaben für Chorleiter, Schulen und Personen, die mit Flüchtlingen arbeiten, erscheinen.

Vorbild für das Projekt war ein interreligiöser Partnerchor der ECA aus dem Libanon, in dem Christen und Muslime gemeinsam singen. So besucht der Chorleiter beispielsweise Flüchtlingsunterkünfte, um dort mit Kindern und Jugendlichen zu singen. Finanzielle Unterstützung gibt es für „Sing Me In“ vom EU-Programm „Erasmus+ Jugend in Aktion“, das „Sing Me In“ zwei Jahre lang mit 240.000 Euro unterstützt.

„Wir haben das Projekt als finanziell unterstützenswert ausgewählt, weil es sich insbesondere auf junge Migranten fokussiert, eine gut strukturierte Arbeitshilfe im Bereich des gemeinsamen Singens liefert und man es in verschiedenen Kontexten nutzen kann“, erklärte Yvonne Buchella von der Agentur „Jugend für Europa“, die das EU-Programm betreut. Die Handbücher werden in den kommenden Wochen in elf Sprachen übersetzt und sollen ab Sommer in digitaler Form erhältlich sein.

Weitere Infos aufwww.SingMeIn.eu

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