Onlinefahrkarten: So funktionieren digitale Tickets für Bus und Bahn

Onlinefahrkarten : So funktionieren digitale Tickets für Bus und Bahn

Seit fünf Jahren bieten die Verkehrsunternehmen in Bonn und der Region Onlinefahrkarten an. Wer sein Ticket per Smartphone kauft, spart sogar Geld.

Ein Klick statt lange vor dem Fahrkartenautomaten nach dem passenden Kleingeld kramen – mit den Apps soll auch das Bezahlen einfacher sein. Seit Ende 2013 können Fahrgäste bei den Stadtwerken (SWB) Bus und Bahn Handytickets erwerben, zu Beginn war nur ein ausgewähltes Sortiment verfügbar. Seit Mitte 2015 gibt es auch alle weitere Tickets. Auch der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) bietet seine Tickets online an. Rund drei Prozent Ersparnis gegenüber der klassischen Papiervariante sollen Fahrgäste zum virtuellen Kauf bewegen. Für eine Fahrt der Preisstufe 1 b zahlen Nutzer über die Apps 2,71 Euro statt 2,90 Euro. Nach dem Kauf von vier Tickets wird dem Käufer automatisch ein Rabatt gewährt, der der Vergünstigung eines Vierer-Tickets entspricht.

„Fahrgäste können spontan Tickets kaufen, auch ohne Tarifkenntnisse und ohne Bargeld“, sagt Veronika John von den SWB. Durch die Eingabe von Start- und Zielpunkt wird der passende Tarif vorgeschlagen. Bezahlt wird bei der SWB-App namens „easy.GO“ entweder per Handyrechnung, Paypal oder Paydirekt. In der App „VRS Auskunft“ können Nutzer aus den Zahlungsoptionen Prepaid, Lastschrift, Kreditkartenzahlung oder Abrechnung über den Handyvertrag wählen.

Kritik am Anmeldeprozess

Beide Anbieter verzeichnen steigende Verkaufszahlen. Während der VRS vor zwei Jahren 2,24 Millionen digitale Fahrkarten verkauft hat, waren es 2017 schon 3,14 Millionen. 2017 verbuchten die SWB 133.000 digitale Tickets, in den ersten vier Monaten in diesem Jahr waren es bereits mehr als 57.000 digitale Fahrkarten. Am häufigsten wird in Bonn das Ticket der Preisstufe 1 b verkauft, gefolgt von Fahrkarten der Preisstufe 2 b.

Beim VRS sind die Tagestickets für eine Person am beliebtesten, gefolgt von Wochen- und Einzeltickets. „Die Akzeptanz hat sich sehr positiv entwickelt“, sagte VRS-Pressesprecher Holger Klein auf GA-Anfrage. Kritik gebe es bisher nur für den Anmeldeprozess, der einigen Kunden zu lang erscheine.

Für die Zukunft plant der VRS die Einführung eines elektronischen Tarifs. Abgerechnet wird dabei exakt nach zurückgelegter Strecke – unabhängig von Tarifzonen – die das Smartphone per GPS-Daten angibt. Derzeit befindet sich das Projekt noch in der Prüfphase zum GPS-Empfang im gesamten VRS-Gebiet. Die SWB hingegen haben sich ein Pilotprojekt zum ID-basierten Ticketkauf vorgenommen, das mittels Cloud-Technologie dem Nutzer den Ticketkauf erleichtern soll. „Fahrgäste können so neben dem Smartphone mit jedem von ihnen vorher festgelegten funkfähigen Ausweis Tickets erwerben“, erklärte Veronika John.

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