GA-Serie "Bonn schreibt ein Kinderbuch": Sima soll unbedingt auch etwas richtig gut können

GA-Serie "Bonn schreibt ein Kinderbuch" : Sima soll unbedingt auch etwas richtig gut können

Irgendwann zwischen einer Portion Spaghettieis und einem Eiskaffee fasste Familie Hoffmann in der Kessenicher Eisdiele den Entschluss: „Da wollen wir mitmachen.“ Vor allem die zehnjährige Tochter Anica ist eine Geschichtenschreiberin und wollte Simas Geschichte weitererzählen und sich für das Projekt bewerben.

„Eigentlich besteht mein ganze Leben aus Geschichten“, erzählte die Viertklässlerin. Egal, ob sie gerade mit Playmobil spielt oder selbst liest, immer spielen sich Geschichten in ihrem Kopf ab, sagt ihre Mutter Teresa (43). Den 13-jährigen Nicolai, ebenfalls ein Bücherwurm, weihten sie zwar erst später ein, er war es aber, der die Geschichte des achtjährigen Flüchtlingsmädchens auch zu einer Jungengeschichte machen wollte und die Idee hatte, dass Sima sehr gut Fußball spielen kann. „Außerdem war es uns wichtig, dass Sima auch etwas richtig gut kann und auch mal die Starke ist“, erzählte Teresa Hoffmann. Nicolai, der als Torwart in einem Fußballverein spielt, gab sich als Berater. Die Informationen darüber, wie sich der Alltag eines Kindes in Syrien abspielen könnte, besorgten sich die Kinder über Dokumentarfilme, die bei Kinderkanal (KiKa) liefen.

Die größte Herausforderung war für die Kessenicher aber die Freundschaft zwischen Paula und Sima entstehen zu lassen, obwohl die beiden Mädchen nicht die gleiche Sprache sprechen. „Außerdem mussten wir auch immer wieder unsere Geschichte drehen, weil die Freundin Paula in den vorherigen Kapiteln schon eine sehr große Rolle spielte“, sagt Teresa Hoffmann. Gemeinsam geschrieben haben sie ihr Kapitel in einem Zugabteil zwischen Bonn und Augsburg. Anica diktierte, ihre Mutter schrieb auf und las vor, und Nicolai gab sein Okay oder riet: „Da müsst ihr noch mal ran.“ Als das Kapitel fertig war und Teresa Hoffmann in Bonn die handschriftlich verfasste Geschichte in den Computer schrieb, kamen ihnen Zweifel auf, ob sie auch wirklich gut ist und den Lesern gefallen wird. Nicolai entschied: „Klar, das geht, schickt sie jetzt ab!“

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