Silvester in Bonn: So stehen Bonner Geschäfte zum Verkauf von Silvesterknallern

Nach Verzicht von Hornbach : So stehen Bonner Geschäfte zum Verkauf von Silvesterknallern

Die Baumarktkette Hornbach hat einen Verkaufsstopp für Silvesterknaller angekündigt, der ab dem kommenden Jahr greifen soll. Auch in Rheinbach gibt es nicht mehr an allen bekannten Stellen Feuerwerk zu kaufen. Ziehen Bonner Handelsunternehmen wie Knauber nach?

Silvesterknaller gehören für viele Menschen zum Jahreswechsel dazu. Allerdings sind sie eine enorme Umweltbelastung, die vor allem Umweltschützer immer wieder betonen. Am ersten Tag des neuen Jahres ist die Feinstaub-Konzentration vielerorts so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht: Rund 4500 Tonnen Feinstaub werden in der Silvesternacht laut Umweltbundesamt freigesetzt. Diese Menge entspreche etwa 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge. Dabei jagen die Deutschen in dieser Nacht zwischen 100 und 150 Millionen Euro in die Luft.

Damit könnte bald Schluss sein: Die Baumarktkette Hornbach hat angekündigt, ab Jahresende 2020 kein Feuerwerk mehr zu verkaufen. „Wir verkaufen in diesem Jahr noch in Deutschland und Österreich, danach ist überall Schluss“, sagte ein Sprecher des Konzerns am Montag auf eine Anfrage der Rheinischen Post. Betroffen sind 96 Märkte in Deutschland und 14 Märkte in Österreich. In den übrigen europäischen Märkten seien bereits Raketen und Böller aus dem Sortiment gestrichen. Dass der Verkauf nicht schon in diesem Jahr eingestellt wird, liege an den langfristigen Verträgen mit Lieferanten.

Bonner Ketten lassen Entscheidung noch offen

Feuerwerksverbote sind keine Seltenheit mehr: Deutschlandweit verzichten immer mehr Händler aus Umwelt- und Tierschutzgründen auf den Verkauf von Feuerwerk, darunter einzelne Lebensmittelhändler von Edeka und Rewe. Sie sind selbstständige Unternehmer, die keiner Konzernsteuerung unterliegen.

Die meisten Baumärkte und Discounter in Bonn bieten in diesem Jahr nach wie vor Silvesterknaller an. Die Edeka-Märkte Mohr, Vogl und Bachem teilten auf Anfrage mit, dass sie zum diesjährigen Jahreswechsel Silvesterfeuerwerk verkaufen werden. Ein Mitarbeiter von Edeka Bachem sagte, dass sie den Verkaufsstopp in anderen Märkten zwar diskutiert haben, aber noch keine konkreten Pläne für das kommende Jahr feststehen.

Ebenso die Bonner Filialen von Knauber und Bauhaus werden in diesem Jahr Silvesterböller führen. Der Pressesprecher der Rewe Group Andreas Krämer erklärte, dass die Märkte der Unternehmensgruppe Rewe, Penny und Toom Silvesterartikel anbieten werden. Den Rewe-Kaufleuten sei es jedoch freigestellt, ob sie in ihren Supermärkten Feuerwerk verkaufen möchten oder nicht.

Eine Entscheidung gab es dagegen schon in Rheinbach. Der Rheinbacher Obi-Markt verkauft in diesem Jahr keine Silvester-Raketen. Marktleiter Jörg Thrun hat vor dem Eingang ein Schild mit folgender Aufschrift aufstellen lassen: „Der Umwelt und den Tieren zuliebe haben wir uns entschieden, in diesem Jahr kein Feuerwerk zu verkaufen. Ihr Obi-Team“.

„Wir haben über das Thema diskutiert und die Entscheidung dann für den Standort Rheinbach getroffen“, sagte Thrun dem GA. Zu dieser Entscheidung hätten auch viele Gespräche mit Hundehaltern unter den Kunden geführt. Denn die Böllerei verschrecke ja viele Haustiere. Auch die mit dem Feuerwerk verbundene Feinstaubbelastung habe eine Rolle gespielt. Bisher sei die Resonanz der Kunden positiv. „Das bestärkt uns in unserer Entscheidung“, sagt Thrun, der sich auch vorstellen kann, in den nächsten Jahren auf den Verkauf von Feuerwerksartikeln zu verzichten.

Unternehmenschef Christian Fassbender will die Kunden entscheiden lassen, ob künftig Böller verkauft werden. Im Obi-Standort Oedekoven sind die Artikel noch zu haben. „Auf der einen Seite ist die Belastung für die Umwelt unbestritten, auf der anderen Seite macht ein Feuerwerk vielen Menschen Freude“, meint Fassbender

Deutsche Umwelthilfe fordert Feuerwerksverbot in NRW

Vor allem Umweltschützer hatten in den vergangenen Monaten versucht, das Böllern zumindest aus den Innenstädten zu verbannen. Die Deutsche Umwelthilfe forderte bundesweit ein Verbot von Feuerwerkskörpern. Die meisten Städte in Nordrhein-Westfalen lehnen ein grundsätzliches Böller- und Raketenverbot zu Silvester aber ab.